- EUR/USD bewegt sich in einer engen Spanne, während Händler die diplomatischen Fortschritte bei den Washington-Teheran-Gesprächen in der Schweiz beobachten.
- Der US-Vizepräsident JD Vance stellte fest, dass die Verhandlungen trotz einiger zugrundeliegender Spannungen „große Fortschritte“ gemacht haben.
- EZB-Präsidentin Lagarde bezeichnete die Inflation als „zu groß, um sie zu ignorieren“, sieht jedoch keine Anzeichen für gefährliche, ungebundene inflationsbedingte Zweitrundeneffekte.
EUR/USD stabilisiert sich nach moderaten Verlusten am Vortag und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag um 1,1430. Das Währungspaar bleibt in einer engen Spanne gefangen, während Händler die diplomatischen Entwicklungen rund um die laufenden Gespräche zwischen Washington und Teheran in Bürgenstock, Schweiz, genau verfolgen.
Laut einem CNBC-Bericht vom Dienstag stellte der US-Vizepräsident JD Vance fest, dass die Verhandlungen trotz einiger zugrundeliegender Spannungen „große Fortschritte“ gemacht haben. Dies folgte auf Vances Ankündigung am Montag, dass der Iran zugestimmt hat, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder einzulassen. Der Optimismus wurde vom iranischen Außenminister Abbas Araghchi geteilt, der ebenfalls bestätigte, dass der Schweizer Dialog „große Fortschritte“ gebracht habe.
Unterdessen findet der US-Dollar (USD) Unterstützung durch einen hawkischen geldpolitischen Ausblick bei der Federal Reserve (Fed). Letzte Woche entschied die US-Notenbank, ihren Leitzins zwischen 3,50 % und 3,75 % unverändert zu belassen.
Die aktualisierten Wirtschaftsprojektionen und Kommentare von Kevin Warsh, der seine erste Sitzung als Fed-Vorsitzender leitete, überraschten den Markt jedoch mit einem hawkischeren Ton als erwartet. Infolgedessen haben die Futures-Händler eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte für die Sitzung im September vollständig eingepreist, wobei einige bereits eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Straffung bereits im nächsten Monat einpreisen.
Im Gegensatz dazu sieht sich der Euro (EUR) einem dovishen Umfeld gegenüber, nachdem die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, kürzlich Äußerungen gemacht hat. Während Lagarde anerkannte, dass der aktuelle Inflationsschock „zu groß ist, um ihn zu ignorieren“, betonte sie, dass es keine Anzeichen für ungebundene Inflationserwartungen oder gefährliche Zweitrundeneffekte gibt, die die Ziele der Zentralbank gefährden könnten.
Die Märkte interpretierten ihren Ton als leicht dovish, was die Erwartungen bestärkt, dass der Leitzins der EZB wahrscheinlich nicht über den neutralen Bereich der Bank von 1,75 % bis 2,50 % hinaus steigen wird.
Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.
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