Der Goldpreis wirkt auf den ersten Blick, als würde er sich wieder fangen. Doch genau hier lauert die Falle. Beim Gold-Future dominiert auf dem Tageschart weiterhin klar der Abwärtstrend. Und das bedeutet: Jede Rally in Richtung 4.380 bis 4.480 US-Dollar ist aktuell eher eine Verkaufschance als der Start eines neuen Bullenmarktes.
Das ist die bittere Wahrheit, die viele Anleger gerade nicht hören wollen. Gold kann kurzfristig steigen, ja. Gold kann auch scharfe Gegenbewegungen zeigen. Aber solange die entscheidenden Widerstände nicht zurückerobert werden, bleibt der technische Druck nach unten bestehen. Erst ein klarer Ausbruch über 4.540 US-Dollar würde dieses Bild ernsthaft ins Wanken bringen.
Genau deshalb fällt die aktuelle Goldpreis Prognose nicht euphorisch aus. Wer jetzt blind auf die nächste große Gold-Rally setzt, geht ein erhebliches Risiko ein. Denn die Käufer müssen erst beweisen, dass sie wirklich zurück sind. Bisher sieht es eher danach aus, als würden die Bären den Markt weiter kontrollieren.

Der Goldpreis steht unter Druck
Das große Bild ist eindeutig: Gold befindet sich im übergeordneten Abwärtstrend. Auf dem Tageschart sind tiefere Hochs und tiefere Tiefs zu sehen. Genau das ist die klassische Struktur eines intakten Downtrends. Solange diese Struktur nicht gebrochen wird, bleibt jede Erholung zunächst verdächtig.
Besonders wichtig ist der SuperTrend, der aktuell bei rund 4.536 US-Dollar liegt. Dieses Signal steht weiterhin auf bärisch. Für dich als Anleger heißt das: Der Trend liegt klar auf der Seite der Verkäufer. Wer hier Long geht, handelt nicht mit dem Haupttrend, sondern gegen ihn.
Auch die gleitenden Durchschnitte machen wenig Hoffnung. Der Kurs liegt unter dem 20-Tage-Durchschnitt bei etwa 4.403 US-Dollar und ebenfalls unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei rund 4.573 US-Dollar. Das ist kein Zeichen von Stärke. Im Gegenteil: Solange Gold unter diesen Marken notiert, bleiben Aufwärtsbewegungen technisch betrachtet eher Rallys im Bärenmarkt.
Die entscheidende Zone liegt damit zwischen 4.380 und 4.540 US-Dollar. Erst wenn Gold diesen Bereich nachhaltig zurückerobert, könnte sich das Bild verbessern. Bis dahin haben die Bären strukturell die Oberhand.
Diese Marken entscheiden jetzt über die Goldpreis Prognose
Jetzt kommt es auf wenige Kursmarken an. Und diese Marken können darüber entscheiden, ob Gold noch einmal nach oben ausbricht oder ob die nächste Abwärtswelle startet.
Auf der Unterseite ist die Zone zwischen 4.046 und 4.100 US-Dollar entscheidend. Dort hatte Gold am 11. Juni bei 4.046,2 US-Dollar eine Hammer-Kerze ausgebildet. Das war kurzfristig ein mögliches Umkehrsignal. Direkt darunter wartet zusätzlich die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar.
Doch genau diese Unterstützung darf jetzt nicht fallen. Sollte Gold per Tagesschluss unter 4.046 US-Dollar rutschen, wäre das ein klares Signal für eine Fortsetzung des Abwärtstrends. Dann könnten viele Anleger, die auf eine schnelle Erholung gesetzt haben, kalt erwischt werden.
Auf der Oberseite wartet der erste große Widerstand im Bereich von 4.350 bis 4.380 US-Dollar. Dort trifft Gold auf eine mehrfach getestete fallende Trendlinie. Zusätzlich liegt in diesem Bereich das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 4.379,1 US-Dollar. Genau dort könnte sich zeigen, ob die Käufer wirklich Kraft haben oder ob die Rally wieder abverkauft wird.
Noch härter wird es zwischen 4.480 und 4.540 US-Dollar. Hier liegt das 50%-Fibonacci-Retracement bei 4.482 US-Dollar. Dazu kommt der SuperTrend bei 4.536 US-Dollar sowie die Ichimoku-Wolke, die ungefähr zwischen 4.346 und 4.482 US-Dollar verläuft. Das ist eine massive technische Widerstandszone.
Für Short-Positionen wird es also vor allem zwischen 4.380 und 4.540 US-Dollar spannend. Für Long-Positionen ist dagegen die Zone zwischen 4.046 und 4.100 US-Dollar der entscheidende Bereich. Genau dort könnte sich entscheiden, ob Gold noch einmal die Kurve bekommt oder ob der Verkaufsdruck erneut zunimmt.
Die Erholung sieht schwächer aus, als viele glauben
Der Goldpreis ist bereits deutlich nach unten überdehnt. Das klingt zunächst nach einer Chance. Doch Vorsicht: Überdehnt heißt nicht automatisch billig. Und überverkauft heißt nicht automatisch Trendwende.
Die Average True Range liegt aktuell bei rund 133,7 US-Dollar, was etwa 3,2 % entspricht. Das zeigt, wie stark Gold derzeit schwankt. Wer hier handelt, braucht ein sauberes Risikomanagement. Zu große Positionen können in diesem Umfeld schnell teuer werden.
Der Kurs liegt rund 4,6 % unter dem 20-Tage-Durchschnitt und etwa 8,1 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Das ist deutlich. Natürlich kann daraus kurzfristig eine Gegenbewegung entstehen. Doch bisher fehlt der entscheidende Beweis, dass aus dieser Gegenbewegung mehr wird.
Besonders kritisch: Im Tageschart sind keine klaren bullischen Divergenzen zu erkennen. Das Momentum bestätigt also weiterhin den Abwärtstrend. Noch problematischer ist das Volumen. Der aktuelle Bounce nach oben läuft bei fallendem Volumen. Genau das ist typisch für eine Bärenmarkt-Rally.
Anders gesagt: Der Goldpreis steigt zwar kurzfristig, aber die große Kaufkraft fehlt. Und ohne echtes Kaufvolumen bleibt jede Erholung anfällig.
Das wahrscheinlichste Szenario: Die Bären bleiben am Drücker
Das bärische Szenario bleibt aus technischer Sicht der Favorit. Die Idee dahinter ist klar: Gold läuft in den Widerstand hinein, scheitert dort und setzt anschließend den übergeordneten Abwärtstrend fort.
Besonders interessant ist dafür die Zone zwischen 4.380 und 4.480 US-Dollar. Hier treffen wichtige technische Marken aufeinander. Genau dort könnten Verkäufer wieder aggressiver werden. Wenn Gold an der fallenden Trendlinie oder am 20-Tage-Durchschnitt abgewiesen wird und gleichzeitig das Verkaufsvolumen anzieht, wäre das ein starkes Signal für eine neue Abwärtsbewegung.
Für die Bären wäre dieses Szenario erst dann ernsthaft beschädigt, wenn Gold per Tagesschluss deutlich über 4.540 US-Dollar ausbricht. Dann müsste man die Goldpreis Prognose neu bewerten. Denn ein solcher Ausbruch würde zeigen, dass die Käufer nicht nur kurzfristig zurück sind, sondern wichtige Widerstände tatsächlich überwinden können.
Bis dahin bleibt aber Vorsicht angesagt. Der Markt sieht noch nicht nach einem neuen Bullenmarkt aus. Er sieht eher nach einer Erholung in einem intakten Abwärtstrend aus.
Die bullische Chance gibt es, aber sie ist riskant
Natürlich ist auch ein bullisches Kontertrend-Szenario möglich. Gold könnte im Bereich von 4.050 bis 4.150 US-Dollar erneut Unterstützung finden. Dort könnte sich rund um das Juni-Tief ein möglicher Doppelboden bilden. Genau daraus könnte eine technische Gegenbewegung entstehen.
Aber das ist nicht das einfache Geld, auf das viele hoffen. Wer hier auf steigende Kurse setzt, handelt gegen den Haupttrend. Dafür braucht es klare Bestätigung. Eine starke Reversal-Kerze wäre ein erster Schritt. Noch wichtiger wäre aber ein Anstieg des Volumens. Danach müsste Gold auch den Bereich zwischen 4.415 und 4.480 US-Dollar zurückerobern.
Erst dann würde sich das Bild kurzfristig verbessern. Vorher bleibt jeder Long-Versuch spekulativ. Wer hier handelt, muss wissen, was er tut. Ohne striktes Risikomanagement kann dieses Setup schnell gegen einen laufen.
Warum Nichtstun jetzt die beste Entscheidung sein kann
Viele Anleger glauben, sie müssten immer investiert sein. Doch gerade jetzt könnte Abwarten die bessere Strategie sein. Zwischen 4.150 und 4.350 US-Dollar befindet sich Gold in einer schwierigen Zwischenzone. Hier gibt es viel Lärm, aber wenig klaren Vorteil.
Genau deshalb ist diese Range für viele Trader gefährlich. Man wird schnell in Bewegungen hineingezogen, die am Ende keine echte Richtung haben. Der bessere Ansatz ist, auf ein klares Signal zu warten.
Spannend wird es erst, wenn Gold mit Volumen über 4.415 bis 4.480 US-Dollar ausbricht. Dann könnte sich eine bullische Chance ergeben. Genauso wichtig ist aber die Unterseite. Bricht Gold unter 4.100 bis 4.046 US-Dollar, würde das für eine Fortsetzung des Abwärtstrends sprechen.
Bis dahin gilt: Die Mitte der Range bietet wenig Edge. Die entscheidenden Signale entstehen an den Rändern.
Mein Fazit zur Goldpreis Prognose
Der Gold-Future bleibt auf Tagesbasis klar bärisch. Die aktuelle Struktur spricht weiterhin für eine potenzielle Bärenflagge, die derzeit etwa zur Hälfte ausgebildet ist. Solange Gold an der Zone zwischen 4.380 und 4.480 US-Dollar scheitert und das Volumen nicht deutlich auf die Käuferseite kippt, überwiegt das Risiko einer erneuten Abwärtswelle.
Besonders gefährlich wird es bei einem Bruch unter 4.046 bis 4.100 US-Dollar. Dann wäre die wichtigste kurzfristige Unterstützung verloren. In diesem Fall könnten die Verkäufer den Druck weiter erhöhen.
Erst ein klarer Tagesschluss über 4.540 US-Dollar würde die bärische Goldpreis Prognose ernsthaft infrage stellen. Bis dahin bleibt Gold technisch angeschlagen. Kurzfristige Rallys sind möglich, doch sie wirken derzeit eher wie Verkaufschancen als wie der Beginn eines neuen Bullenmarktes.
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Das sollten Sie am Montag, den 22. Juni, im Blick behalten:
Die Anleger halten sich zu Beginn der Woche vorsichtig, während sie die neuesten Schlagzeilen aus dem Nahen Osten bewerten. In der zweiten Tageshälfte werden die Mai-Verbraucherpreisindexdaten aus Kanada von den Marktteilnehmern genau beobachtet. Außerdem werden mehrere Entscheidungsträger großer Zentralbanken Reden halten.