• EUR/USD hält sich am Freitag im frühen europäischen Handel um 1,1800 stabil.
  • Die EU hat das Handelsabkommen mit den USA aufgrund von Zollunsicherheiten eingefroren. 
  • Die Inflation in der Eurozone ist auf den niedrigsten Stand seit September 2024 gefallen. 

Das Paar EUR/USD wird am Freitag im frühen asiatischen Handel auf einem flachen Niveau nahe 1,1800 gehandelt. Das Paar stabilisiert sich, da die schwächere Inflation in der Eurozone die US-Zollunsicherheiten ausgleicht. Händler warten am Freitag auf die vorläufigen Daten des Verbraucherpreisindex (VPI) aus Deutschland, um weitere Hinweise auf das Tempo zukünftiger geldpolitischer Lockerungen zu erhalten. Auf der US-Seite wird der Bericht zum Erzeugerpreisindex (EPI) veröffentlicht. 

Das Urteil des US-Obersten Gerichtshofs hat die umfassende Nutzung der Notstandsbefugnisse der Regierung zur Erhebung von Zöllen aufgehoben. US-Präsident Donald Trump hat darauf reagiert, indem er das Gericht scharf kritisierte und einen pauschalen Zuschlag von 15% auf Importe verhängte. 

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte am Mittwoch, dass Trump plant, diesen Satz in den kommenden Tagen auf 15% für viele Länder zu erhöhen. Diese Befugnis ist auf ein 150-tägiges Zeitfenster beschränkt, es sei denn, der Kongress verlängert sie. Eine schnelle Reihe von politischen Veränderungen könnte Verkaufsdruck auf den Greenback ausüben und dem wichtigen Paar Rückenwind verleihen. 

Die Gesetzgeber der Europäischen Union (EU) haben am Montag beschlossen, die Genehmigung des Handelsabkommens des Blocks mit den USA aufgrund von Unsicherheiten über Trumps Zollpolitik zu verzögern. "Wir freuen uns darauf, dass unsere amerikanischen Kollegen uns genau erklären, was passiert," sagte der Sprecher der Europäischen Kommission, Olof Gill. 

Auf der anderen Seite des Atlantiks fiel die Inflation in der Eurozone im Januar auf 1,7%, was den niedrigsten Stand seit 16 Monaten markiert. Auch die Kerninflation ging im gleichen Zeitraum auf 2,2% im Jahresvergleich zurück. Diese Werte haben die Erwartungen geschürt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eine dovishere Haltung einnehmen könnte, was die Gemeinschaftswährung gegenüber dem USD belasten könnte. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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