- Der EUR/JPY erreicht ein neues Jahreshoch und hält sich während der amerikanischen Handelszeit über 173,00.
- Der japanische Yen steht unter Druck, da große Zinsdifferenzen, importgetriebene Inflation und politische Unsicherheiten die Stimmung belasten.
- Die Industrieproduktion in der Eurozone erholt sich im Mai stark und steigt um 1,7 % im Monatsvergleich und um 3,7 % im Jahresvergleich.
Der Euro setzt seinen Aufwärtstrend am Dienstag zum dritten Mal in Folge gegenüber dem japanischen Yen fort, während EUR/JPY während der amerikanischen Sitzung in Richtung der 173,00-Marke klettert – ein Niveau, das zuletzt am 12. Juli 2024 erreicht wurde. Das Paar bleibt durch die anhaltende Schwäche des Yen gestützt, da der Yen aufgrund der großen Zinsdifferenz, erneuter US-Zollbedrohungen und steigender importgetriebener Inflationsdrucke kämpft.
Trotz der Inflation, die über dem Ziel von 2 % bleibt, ist die Bank of Japan (BoJ) sehr zögerlich, die Zinssätze aggressiv zu erhöhen. Die Entscheidungsträger bleiben vorsichtig und verweisen auf die fragile inländische Nachfrage und globale Unsicherheiten. Die politische Unsicherheit in Japan nimmt zu, da die Wahlen zum Oberhaus am 20. Juli bevorstehen, bei denen Umfragen darauf hindeuten, dass die regierende Koalition ihre Mehrheit verlieren könnte.
Dies hat Bedenken hinsichtlich der Richtung der Fiskalpolitik ausgelöst und die Flexibilität der BoJ eingeschränkt, da sie versucht, während der sensiblen Vorwahlzeit keine Volatilität einzuführen. Die Anleger berücksichtigen auch das Risiko einer erhöhten Staatsausgaben nach der Wahl, was die bereits erhebliche Schuldenlast des Landes weiter erhöhen könnte. Infolgedessen neigt die Marktstimmung weiterhin gegen den Yen, was es EUR/JPY ermöglicht, sich in der Nähe seiner höchsten Niveaus seit über einem Jahr zu halten.
Zusätzlich zur Unterstützung des Euros zeigten die heute veröffentlichten Daten aus der Eurozone eine bemerkenswerte Erholung der industriellen Aktivität. Die Industrieproduktion stieg im Mai um 1,7 % im Monatsvergleich und machte damit den starken Rückgang von 2,2 % im April wett und übertraf die Erwartungen von 0,9 %. Im Jahresvergleich stieg die Produktion um 3,7 %, was das stärkste Tempo seit Anfang 2023 darstellt.
In der Zwischenzeit zeigte die Stimmung in der Eurozone einen moderaten Anstieg. Der ZEW-Indikator für die wirtschaftliche Stimmung stieg im Juli leicht auf 36,1, von 35,3 im Vormonat. Obwohl er die Markterwartungen von 37,8 verfehlte, deutet die kleine Verbesserung darauf hin, dass das Vertrauen der Anleger insgesamt stabil bleibt.

Aus technischer Sicht setzt EUR/JPY seinen Anstieg fort und handelt in der Nähe der 173,00-Marke. Das Fibonacci-Retracement-Werkzeug, das aus dem Rückgang von Juli bis August 2024 gezeichnet wurde, zeigt, dass das Paar das 78,6%-Retracement-Niveau bei 170,91 überschritten hat, das nun als wichtige Unterstützungszone fungiert. Die Struktur des Tagescharts bleibt bullish, da das Paar konsequent höhere Hochs und höhere Tiefs bildet.
Momentum-Indikatoren verstärken den Aufwärtstrend, wobei der Average Directional Index (ADX) auf 46,42 steigt und starke Trendstärke signalisiert. Der Relative Strength Index (RSI) bei 75,16 deutet jedoch darauf hin, dass sich das Paar im überkauften Bereich befindet, was auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Pause oder eines Rückzugs hindeutet.
Wenn das aktuelle bullische Momentum anhält, ist EUR/JPY gut positioniert, um die 100%-Fibonacci-Projektion in der Nähe von 175,36 zu testen, dem nächsten wichtigen Ziel nach oben. Angesichts des überkauften RSI-Wertes kann jedoch ein kurzer Rückzug in den Bereich von 170,90-171,00 nicht ausgeschlossen werden. Dieses Gebiet dient nun als erste Verteidigungslinie für die Bullen, während tiefere Unterstützung im Bereich von 167,50-168,00 gesehen wird. Solange das Paar über diesen Niveaus bleibt, bleibt der breitere Aufwärtstrend intakt, wobei Rückgänge wahrscheinlich als Kaufgelegenheiten angesehen werden.
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