• EUR/GBP gewinnt an Fahrt und notiert am frühen Mittwoch im europäischen Handel bei etwa 0,8725. 
  • Politische Risiken im Vereinigten Königreich aufgrund einer bevorstehenden Wahl zur Besetzung eines Parlamentsmandats belasten das Pfund Sterling. 
  • Die EU hat das Handelsabkommen mit den USA eingefroren, nachdem der Oberste Gerichtshof Trumps Zölle aufgehoben hat. 

Das Währungspaar EUR/GBP hält sich am Mittwoch im frühen europäischen Handel positiv bei etwa 0,8725 und bricht die dreitägige Verlustserie. Das Pfund Sterling (GBP) schwächt sich gegenüber dem Euro (EUR) aufgrund der bevorstehenden politischen Ereignisse im Vereinigten Königreich. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, wird später am Mittwoch sprechen. 

Der Wahlkreis Gorton und Denton in Manchester wird am Donnerstag eine Sonderwahl zur Besetzung eines vakanten Parlamentsmandats abhalten. Dieses Ereignis wird als großer Test für den britischen Premierminister Keir Starmer angesehen, angesichts der Unzufriedenheit innerhalb der Partei und niedriger Zustimmungswerte.

„Eine schwere Niederlage für die regierende Labour-Partei könnte Spekulationen über die Labour-Führung neu entfachen und das Sterling erneut belasten“, sagte der FX-Strategist von ING, Francesco Pesole.

Auf der Euro-Seite hat der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag viele der Zölle aufgehoben, die US-Präsident Donald Trump eingeführt hatte. Am Samstag reagierte Trump mit der Ankündigung, einen weiteren Zoll von 15 % zu erheben. Aufgrund der höheren Einfuhrabgaben stimmte das Europäische Parlament am Montag zu, die Abstimmung über das Handelsabkommen der EU mit den USA zu verschieben. 

Befürchtungen vor einem erneuten Handelskrieg könnten den EUR gegenüber dem GBP untergraben, da die Eurozone anfälliger für diese Störungen ist als das Vereinigte Königreich. 

Pfund Sterling - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.

Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.

Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.

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