• Brent steigt am Montag um mehr als 2%, da neue Bedrohungen für die Energieversorgung die Ölpreise stützen.
  • Saudi-Arabien schließt vorsorglich eine wichtige Pipeline nach einem Drohnenangriff der vom Iran unterstützten Houthi.
  • Die Verschiebung eines Treffens zwischen Teheran und den Golfstaaten über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verstärkt die Sorgen über das Angebot.

Brent-Öl legt am Montag zu und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 104,20 USD, was einem Tagesplus von 2,49% entspricht. Die Ölpreise profitieren von einer erneuten geopolitischen Risikoprämie, da die Spannungen im Nahen Osten die Sorgen über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung neu entfachen.

Der Anstieg von Brent folgt auf die vorsorgliche Stilllegung einer wichtigen saudischen Pipeline am Freitag nach einem Angriff. Das Energieministerium Saudi-Arabiens erklärte, die Infrastruktur sei vorsorglich abgeschaltet worden, nachdem sie ins Visier geraten war, was die Sorgen um die Sicherheit der Energieanlagen in der Region verstärkte.

Der Angriff erfolgt, nachdem die vom Iran unterstützten Houthi am Donnerstag mehrere Drohnen gestartet hatten, um strategische Ziele entlang des Roten Meeres anzugreifen. Die zunehmende Zahl von Vorfällen im Zusammenhang mit Energieinfrastruktur und Transportrouten erhöht das Risiko von Versorgungsunterbrechungen und bietet den Ölpreisen zusätzliche Unterstützung.

Die Sorgen werden auch durch die Verschiebung eines für Montag geplanten Treffens zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten angeheizt. Die Gespräche sollten sich voraussichtlich auf eine vorübergehende Vereinbarung konzentrieren, die darauf abzielt, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu regeln.

Die Straße von Hormus ist eine entscheidende Route für die weltweiten Ölexporte, weshalb jede Bedrohung des Schiffsverkehrs für die Energiemärkte besonders bedeutsam ist. Das Fehlen diplomatischer Fortschritte bei der Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Wasserstraße hält daher eine erhebliche Risikoprämie in den Brent-Preisen eingebettet.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, Saudi-Arabien habe darauf bestanden, dass das Treffen zwischen Teheran und den Golfmächten im Oman nicht stattfinden solle. Die Verschiebung der Gespräche verringert die unmittelbaren Aussichten auf eine Vereinbarung, die die Risiken rund um den Öltransport in der Region mindern könnte.

Vor diesem Hintergrund bleiben die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten am Montag der Haupttreiber der Brent-Preise. Jede neue Bedrohung für die Energieinfrastruktur oder den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus könnte die Sorgen über das Angebot hoch halten und die Ölpreise weiter stützen.

Brent-Rally und Stilllegung der saudischen Pipeline schärfen den Fokus auf die Inflationsreaktion der Fed

Analysten der MUFG weisen darauf hin, dass Brent-Rohöl „derzeit etwas mehr als 50% über dem Niveau vor dem Konflikt gehandelt wird“, wobei „wenig Optimismus besteht, dass sich die Energieversorgung aus dem Nahen Osten schnell normalisieren wird“. Sie heben hervor, dass die Lage am späten Freitag durch die Ankündigung Saudi-Arabiens verschärft wurde, die „East-West-Pipeline vorsorglich nach Angriffen gestoppt“ zu haben, was unterstreicht, dass „die Versorgung kurzfristig weiter gestört werden könnte“ und dass „noch nicht klar ist, wie lange die Pipeline geschlossen bleiben wird“.

MUFG betont, dass „die East-West-Pipeline sich als entscheidende Lebensader für Saudi-Arabiens Ölexporte erwiesen hat“, und weist darauf hin, dass die „7 Millionen Barrel/Tag umfassende Leitung Anfang dieses Jahres schnell ihre volle Kapazität erreichte, nachdem die Straße von Hormus faktisch geschlossen war“. Vor diesem Hintergrund erhöhter Energiepreise und fragiler Versorgungsrouten warnt die Bank, dass „wenn die Fed diese Woche nicht handelt, um die Aufwärtsrisiken für die Inflation anzugehen, dies einen starken Ausverkauf des US-Dollars und langfristiger US-Treasuries auslösen könnte, indem das Vertrauen in ihre Bereitschaft untergraben wird, die Inflation unter Kontrolle zu bringen“.

Brent Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brent-Rohöl, das in der Nordsee gefördert wird, ist eine weitere bedeutende Sorte und dient als globaler Referenzpreis für zwei Drittel der weltweiten Ölproduktion. Wegen seiner leichten Qualität und geringen Schwefelgehalts ist es besonders leicht zu verarbeiten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die wichtigsten Faktoren für den Brent-Rohölpreis. Weltwirtschaftswachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während schwaches Wachstum sie dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot stören und die Preise beeinflussen. Entscheidungen der OPEC und der US-Dollar-Wert, in dem Öl gehandelt wird, sind ebenfalls wesentliche Einflussfaktoren.

Auch für Brent-Öl sind die wöchentlichen API- und EIA-Berichte von Bedeutung. Sinkende Bestände deuten auf eine erhöhte Nachfrage hin und stützen den Preis, während höhere Bestände den Preis belasten. Die EIA-Daten sind als genauer bekannt, da sie von einer staatlichen Behörde stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für Brent Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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