• Australiens ANZ–Indeed-Stellenanzeigen stiegen im Juli um 2,0% und zeigten eine breit angelegte Stärke über Bundesstaaten und Branchen hinweg.
  • Der TD-MI-Inflationsindikator sprang im Juli um 1,0% nach oben und verzeichnete damit seinen ersten Anstieg seit April.
  • RBA-Gouverneurin Bullock warnte, dass die hohe zugrunde liegende Inflation weiter steigen könnte, was eine mögliche Lockerung der Geldpolitik verzögern würde.

AUD/USD steigt nach zwei Verlusttagen und bewegt sich während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag um 0,7010. Der australische Dollar (AUD) legte nach der Veröffentlichung positiver Arbeitsmarktdaten zu, die zeigten, dass die ANZ–Indeed-Stellenanzeigen im Juli im Monatsvergleich um 2,0% gestiegen sind. Diese Erholung machte einen Rückgang von 0,2% im Vormonat wett und markierte den vierten monatlichen Anstieg in diesem Jahr. Laut der leitenden Ökonomin von ANZ, Catherine Birch, war das Wachstum sowohl über die Bundesstaaten als auch über die Branchen hinweg breit angelegt und spiegelte eine robuste Arbeitskräftenachfrage wider, obwohl sich die Gesamtwirtschaft abkühlt.

Unterdessen stützen erneute Inflationsdrucke die Erwartungen an eine vorsichtige Haltung der Zentralbank weiter. Am Montag veröffentlichte Daten zeigten, dass der TD-MI-Inflationsindikator im Juli im Monatsvergleich um 1,0% gestiegen ist, nachdem er im Juni um 0,4% gefallen war, und damit seinen ersten Anstieg seit April verzeichnete. Dieser Anstieg steht im Einklang mit dem Protokoll der Juni-Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA), das prognostizierte, dass sich der zugrunde liegende Preisdruck zur Jahresmitte verstärken würde.

RBA-Gouverneurin Michele Bullock betonte kürzlich, dass die zugrunde liegende Inflation weiterhin zu hoch sei, und warnte vor möglichen weiteren Anstiegen aufgrund höherer Ölpreise infolge des Konflikts im Iran, was die Argumente dafür stärkt, dass die RBA mit einer Lockerung der Geldpolitik abwarten sollte.

RBA warnt vor anhaltender Inflation und robustem Arbeitsmarkt

Geoff Yu von BNY weist darauf hin, dass die stellvertretende RBA-Gouverneurin Sarah Hunter eingeräumt habe, dass „die Inflation weiterhin über dem Zielband von 2-3% liegt“, und betonte, dass die Zentralbank „den Druck auf das Preiswachstum aufrechterhalten muss, damit sich höhere Inflationserwartungen nicht verfestigen“. Zum Arbeitsmarkt urteilte Hunter, die Bedingungen seien „immer noch etwas angespannt“, wobei sich das Beschäftigungswachstum in der ersten Jahreshälfte „nicht allzu schlecht“ gehalten habe, was die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Beschäftigung trotz schwächerer Schlagzeilen bei den Preisen unterstreiche.

Das Paar AUD/USD legt zu, da der US-Dollar (USD) angesichts nachlassender geopolitischer Spannungen unter Druck gerät, während die Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran anhält. US-Präsident Donald Trump erklärte, sein jüngstes Gesprächsangebot sei für den Iran eine „letzte Chance“, nachdem er sich entschieden hatte, einen größeren Angriff auf die Islamische Republik abzusagen. Trump äußerte die Erwartung, dass die Verhandlungen bald beginnen würden, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen und die US-Bedenken hinsichtlich des iranischen Atomprogramms auszuräumen.

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

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