Ripple (XRP) notiert am Dienstag bei 1,06 US-Dollar und bleibt damit in einem übergeordneten Abwärtstrend. Das technische Bild hat sich zuletzt weiter eingetrübt. Belastend wirkt vor allem die nachlassende Beteiligung privater Anleger.

Die Risikobereitschaft der Investoren bleibt gering. Darauf deutet auch der Fear-&-Greed-Index hin, der mit 28 Punkten weiterhin im Bereich "Angst" liegt. Sollte sich die Stimmung weiter verschlechtern, könnte es XRP schwerfallen, die jüngste Erholung fortzusetzen. Das würde zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen und das Risiko eines Rückgangs unter die wichtige Marke von 1,00 US-Dollar erhöhen.

Crypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative

Zuflüsse in XRP-ETFs steigen, Privatanleger halten sich zurück

Spot-ETFs auf XRP verzeichneten in der vergangenen Woche bis Freitag Nettozuflüsse von 14,86 Millionen US-Dollar. In der Vorwoche hatten sie noch bei 8,15 Millionen US-Dollar gelegen. Die kumulierten Zuflüsse stiegen damit auf 1,51 Milliarden US-Dollar. Das verwaltete Nettovermögen ging im gleichen Zeitraum lediglich leicht von 997 Millionen auf 989 Millionen US-Dollar zurück. Sollten institutionelle Investoren ihre Risikopositionen weiter ausbauen, könnte XRP kurz- bis mittelfristig wieder an Dynamik gewinnen.

XRP-ETF-Zuflüsse | Quelle: SoSoValue

Die Nachfrage privater Anleger bleibt dagegen schwach. Das zeigt das Open Interest bei unbefristeten XRP-Futures, das am Montag auf 2,23 Milliarden XRP zurückging, nach 2,26 Milliarden XRP am Vortag. Daten von CoinGlass zeigen zudem, dass das Open Interest seit dem 31. Juli von 2,37 Milliarden XRP gesunken ist. Das deutet auf eine nachlassende Risikobereitschaft der Anleger hin.

Open Interest bei XRP-Futures | Quelle: CoinGlass

Zusätzlichen Druck auf den Kryptomarkt übt ein Angriff auf Coldcard-Hardware-Wallets aus. Dabei verloren Nutzer zusammen rund 1.367 Bitcoin im Wert von etwa 89 Millionen US-Dollar. Die Angreifer nutzten nach Angaben einen Firmware-Fehler aus, der seit 2021 in den Cold-Storage-Wallets vorhanden war.

„Der eigentliche Schock der Woche kam nicht von den Kursen, sondern aus dem Bereich der Verwahrung. Ein seit 2021 bestehender Firmware-Fehler in Coldcard-Hardware-Wallets wurde ausgenutzt, um rund 1.367 Bitcoin im Wert von etwa 89 Millionen US-Dollar von Tausenden selbst verwahrten Wallets zu entwenden. Forscher warnen, dass alle betroffenen Single-Signature-Wallets weiterhin gefährdet sind“, erklärte Yusuf Fakhro, Partner bei ARP Digital, in einem Kommentar.

Charttechnik: Gegenwind für XRP nimmt weiter zu

XRP wird aktuell bei 1,06 US-Dollar gehandelt und setzt damit die Korrektur vom Juli-Hoch bei rund 1,18 US-Dollar fort. Das übergeordnete Chartbild bleibt angeschlagen, da der Kurs auf Vier-Stunden-Basis weiterhin unter den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten über 50, 100 und 200 Perioden notiert, die sich zwischen 1,08 und 1,10 US-Dollar bündeln.

Der MACD-Histogrammwert liegt zwar leicht im positiven Bereich und der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit rund 45 Punkten im neutralen Bereich. Das spricht für eine leicht positive Dynamik, die bislang jedoch nicht ausreicht, um den Widerstandsbereich der gleitenden Durchschnitte zu überwinden.

XRP/USDT – Vier-Stunden-Chart

Ein erster Widerstand liegt am 50-Perioden-EMA bei 1,08 US-Dollar, gefolgt vom 100-Perioden-EMA bei 1,09 US-Dollar. Der 200-Perioden-EMA bei rund 1,10 US-Dollar stellt die wichtigste Hürde für eine nachhaltige Erholung dar. Auf der Unterseite bildet die zurückeroberte Trendlinie im Bereich von 1,06 US-Dollar die erste Unterstützung. Zusätzlichen Halt liefert der SuperTrend-Indikator bei etwa 1,05 US-Dollar. Fällt XRP unter diese Zone, dürfte sich der Abwärtsdruck kurzfristig weiter verstärken.


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