Die bevorstehende Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für September steht im Zentrum der Marktbeobachtungen. Ökonomen erwarten einen Anstieg der Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) um 140.000. Kleine Abweichungen von dieser Schätzung könnten die Märkte in erwartbare Bahnen lenken, während extreme Ergebnisse möglicherweise unerwartete Reaktionen auslösen könnten.

Die Daten sind von großer Bedeutung für die anstehende Entscheidung der Federal Reserve. Der Markt ist derzeit geteilt in der Frage, ob die Fed die Zinsen um 25 oder 50 Basispunkte senken wird. Der FXStreet-Wirtschaftskalender deutet auf einen Stellenzuwachs von 140.000 hin, was durch führende Indikatoren gestützt wird. Folgende Szenarien sind möglich:

1) Im Rahmen der Erwartungen (130K-150K)

Liegt der Bericht innerhalb der prognostizierten Spanne, dürfte die Spekulation über eine Zinssenkung anhalten. Jedoch könnten sich pessimistische Stimmen durchsetzen, da Fed-Chef Jerome Powell jüngst die Erwartungen an aggressive Maßnahmen gedämpft hat. Zusätzlich trüben geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie schwindender Enthusiasmus über Konjunkturimpulse aus China das Bild. 

  • Gold könnte unter Druck geraten, da die Erwartungen an eine Zinssenkung schwinden.
  • Der US-Dollar könnte aufgrund einer Flucht in sichere Häfen an Stärke gewinnen.
  • Aktien dürften die jüngste Abwärtstendenz fortsetzen und nachgeben.

2) Moderate Überschreitung der Erwartungen (150K-180K)

Eine etwas höhere Zahl neuer Stellen könnte die Fed zu einer kleineren Zinssenkung veranlassen, ohne jedoch einen klaren Kurswechsel zu signalisieren. Dies würde auf eine stabile, aber nicht überhitzte Wirtschaft hindeuten.

  • Gold dürfte aufgrund von Zinserwartungen weiter an Wert verlieren.
  • Der US-Dollar könnte aufgrund starker Wirtschaftsdaten zulegen.
  • Aktien könnten auf Basis besserer Wachstumsaussichten steigen.

3) Deutliche Überschreitung der Erwartungen (über 180K) 

Ein besonders starkes Ergebnis wäre zwar positiv für die Wirtschaft, könnte jedoch die Marktteilnehmer enttäuschen, die auf eine Zinssenkung hoffen.

  • Gold könnte unter Druck geraten, da die Zinssenkungserwartungen nachlassen.
  • Der US-Dollar dürfte durch die positiven Wirtschaftsdaten gestützt werden.
  • Aktien könnten nach anfänglichen Gewinnen unter die Räder kommen, da steigende Zinsen befürchtet werden.

4) Moderate Unterschreitung der Erwartungen (100K-130K)

Eine schwächer als erwartete Beschäftigungsentwicklung könnte die Erwartung verstärken, dass die Fed eine Zinssenkung um 50 Basispunkte in Erwägung zieht.

  • Gold dürfte von sinkenden Renditen profitieren.
  • Der US-Dollar könnte aufgrund der enttäuschenden Daten schwächeln.
  • Aktien könnten auf Basis wachsender wirtschaftlicher Bedenken nachgeben.

5) Deutliche Unterschreitung der Erwartungen (unter 100K)

Ein Ergebnis unter 100.000 neuen Stellen könnte Besorgnis über eine mögliche Rezession schüren.

  • Gold könnte stark zulegen, da Zinssenkungen wahrscheinlicher werden.
  • Der US-Dollar könnte durch seine Funktion als sicherer Hafen profitieren.
  • Aktien dürften angesichts der Angst vor einer wirtschaftlichen Abkühlung unter Druck geraten.

Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag wird entscheidend für die weiteren geldpolitischen Maßnahmen der Fed sein. Während kleinere Abweichungen von den Erwartungen den Markt kaum überraschen dürften, könnten signifikante Abweichungen zu unerwarteten Marktreaktionen führen.

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