- Gold stoppt einen zweitägigen Abwärtstrend, da die Nachfrage nach sicheren Anlagen vor der Fed-Sitzung zurückkehrt.
- US-Dollar erreicht wöchentliche Tiefststände aufgrund dovisher Fed-Wetten, während die Handelsbedenken zwischen den USA und China nachlassen.
- Gold strebt an, den 21-Tage-SMA bei 4.061 USD zurückzugewinnen, während das 38,2%-Fibo-Niveau bei 3.973 USD stabil bleibt.
Gold erholt sich teilweise von dem vorherigen Rückgang und testet die 4.000 USD-Marke, während die Zuflüsse in sichere Anlagen vor der zweitägigen geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank (Fed) zurückkehren.
Gold geteilt zwischen US-China Handelsoptimismus und Fed-Ereignisrisiko
Die Märkte scheinen risikoscheu geworden zu sein und warten auf die geldpolitischen Ankündigungen der Fed am Mittwoch. Zudem breitet sich Nervosität aus, da wichtige US-Technologieriesen später in dieser Woche ihre Quartalsberichte veröffentlichen werden.
Unterdessen liegt der US-Dollar (USD) in wöchentlichen Tiefstständen gegenüber seinen sechs Hauptwährungsgegnern, während Händler versuchen, sich neu zu positionieren, angesichts des Handelsoptimismus zwischen den USA und China und vor dem Risiko des Fed-Ereignisses.
Diese Faktoren bieten frische Unterstützung für Gold und helfen dem glänzenden Metall, sich nach zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen des Rückgangs zu erholen.
Gold fiel am Montag um über 3%, da die Märkte den traditionellen sicheren Hafen ignorierten, um höhere Renditen in der Hoffnung auf einen Handelsdeal zwischen den USA und China zu suchen, wenn US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping am Donnerstag in Südkorea zusammentreffen.
Alle Augen sind nun auf das geldpolitische Urteil der Fed und das tägliche technische Setup für frische Handelsimpulse gerichtet, da die US-Regierung keine Anzeichen für eine Wiedereröffnung zeigt.
Die Märkte preisen fast vollständig zwei Zinssenkungen in diesem Jahr ein, wobei eine Senkung um 25 Basispunkte (bps) am Mittwoch erwartet wird. Daher wird der Hauptfokus auf der Formulierung in der geldpolitischen Erklärung und den Worten von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell liegen, um frische Hinweise auf den zukünftigen Kurs der Zentralbank in Bezug auf die Zinsen zu erhalten.
Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Der Tageschart zeigt, dass der Goldpreis die kritische Unterstützung bei 3.973 USD verteidigt, die das 38,2%-Fibonacci-Retracement (Fibo)-Niveau des parabolischen Anstiegs darstellt, der Mitte August begann.
Solange das oben genannte Niveau gehalten wird, werden Goldkäufer wahrscheinlich optimistisch bleiben.
Unterdessen flirtet der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) mit der Mittellinie und hat Schwierigkeiten, darüber Akzeptanz zu finden.
Wenn die 50-Marke nachhaltig zurückerobert wird, könnte die Erholung von Gold an Schwung gewinnen in Richtung des 21-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.061 USD.
Die Rückeroberung letzterer ist entscheidend, um die Erholung in die Nähe der 4.100 USD-Hürde auszudehnen, wo eine Reihe gesunder Widerstandsniveaus ausgerichtet ist.
Zusätzlicher Aufwärtstrend wird die psychologische Barriere von 4.150 USD herausfordern.
Umgekehrt wird ein täglicher Kerzenschluss unter der 38,2%-Fibo-Unterstützung bei 3.973 USD einen neuen Abwärtstrend in Richtung des 50%-Fibo-Niveaus von 3.847 USD einleiten.
Weiter südlich könnte der aufwärts gerichtete 50-Tage SMA bei 3.784 USD Käufer retten.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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