• GBP/JPY zieht sich stark von einem fast dreiwöchigen Hoch zurück, da der JPY insgesamt stärker ist.
  • Kommentare des japanischen Wirtschaftsministers schüren Interventionserwartungen und stärken den JPY.
  • Die divergierenden geldpolitischen Erwartungen der BoJ und BoE unterstützen die Annahme weiterer intraday Verluste.

Das Währungspaar GBP/JPY verzeichnet während der asiatischen Sitzung am Dienstag einige Verkaufsaktivitäten und scheint vorerst eine dreitägige Gewinnserie in der Region von 204,25 zu beenden, die am Vortag ein fast dreiwöchiges Hoch erreichte. Die Kassakurse fallen in der letzten Stunde unter die Marke von 203,00 und scheinen anfällig zu sein, da die Nachfrage nach dem japanischen Yen (JPY) ansteigt.

Der japanische Wirtschaftsminister Minoru Kiuchi erklärte, dass es wichtig sei, dass die Bewegungen am Devisenmarkt (FX) die Fundamentaldaten widerspiegeln und stabil sind, und fügte hinzu, dass er die Auswirkungen auf die japanische Wirtschaft genau beobachten werde. Dies schürte Spekulationen über eine mögliche Intervention der Regierung, um eine weitere Schwäche des JPY zu stoppen. Dies, zusammen mit einigen Umpositionierungen im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in dieser Woche, führt dazu, dass die JPY-Bären ihre Wetten reduzieren, was sich als ein entscheidender Faktor erweist, der Druck auf das Währungspaar GBP/JPY ausübt.

Die BoJ wird voraussichtlich am Donnerstag ihre Entscheidung bekannt geben und wird erwartet, dass sie den Status quo beibehält, da aggressive fiskalische Ausgaben unter Japans neuem Premierminister Sanae Takaichi erwartet werden. Dennoch zeigten die am Montag veröffentlichten Daten, dass die Inflation im Dienstleistungssektor Japans im September zum zweiten Mal in Folge gestiegen ist. Darüber hinaus hat die Verbraucherinflation in Japan das Inflationsziel der BoJ von 2% seit über drei Jahren überschritten. Dies unterstützt die Annahme einer bevorstehenden Zinserhöhung im Dezember oder Anfang nächsten Jahres.

Ein relativ hawkisher Ausblick der BoJ markiert eine signifikante Divergenz im Vergleich zu den Erwartungen an eine weitere Lockerung durch die Bank of England (BoE). Dies, zusammen mit den Sorgen über die fiskalische Lage des Vereinigten Königreichs im Vorfeld des Herbsthaushalts im November, untergräbt weiterhin das Britische Pfund (GBP) und unterstützt die Annahme einer weiteren Abwertung des Währungspaares GBP/JPY. Daher scheint eine weitere Schwäche in Richtung Test der 202,45 Zwischenunterstützung, auf dem Weg zu unter 202,00, nun eine deutliche Möglichkeit zu sein.

Japanischer Yen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.

Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.

Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.

Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.

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