• Die Rekordrallye von Gold bleibt unaufhaltsam, da Käufer die wichtige Marke von 4.000 USD erobern.
  • Die erhöhte globale Unsicherheit befeuert die Zuflüsse in sichere Häfen wie den US-Dollar und Gold.
  • Gold ist im Tageschart extrem überkauft und birgt das Risiko eines Gewinnmitnahme-Pullbacks vor dem nächsten Aufwärtsschritt.

Gold durchbricht am frühen Mittwoch die wichtige 4.000 USD-Marke zum ersten Mal in der Geschichte, während die explosive Rekordrallye ununterbrochen bleibt.

Gold: Käufer könnten Erschöpfung erleben

Die Märkte erleben ein „alles kaufen“-Handelszenario angesichts der Hoffnungen auf eine Lockerung durch die US-Notenbank (Fed), trotz der erhöhten globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten. Der klare Gewinner scheint Gold zu sein, das bisher in diesem Jahr um etwa 50% gestiegen ist.

Der letzte Aufwärtsschritt bei Gold wird durch zunehmende Bedenken über die bevorstehenden Massenentlassungen von Bundesangestellten angetrieben, die von US-Präsident Donald Trump jederzeit angekündigt werden könnten, während die Regierungsschließung in die zweite Woche geht.

Allerdings berichtete CNN News zuvor unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Beamte: „Das Weiße Haus plant nun, die Mitteilungen über die Reduzierung von Stellen (RIFs, wie die Entlassungen der Regierung typischerweise bezeichnet werden) mindestens noch etwas länger zurückzuhalten.“

„Das Weiße Haus hatte ursprünglich Entlassungen unmittelbar nach der Schließung geplant“, sagten die Beamten.

Bevorstehende Massenentlassungen und verzögerte wichtige US-Wirtschaftsdaten erhöhen nur die Chancen, dass die US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr zwei Zinssenkungen vornimmt, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 95% für einen solchen Schritt bei der geldpolitischen Sitzung am 28.-29. Oktober einpreisen.

Die durch die Schließung bedingte erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen stützt weiterhin die Stimmung rund um den US-Dollar (USD) und Gold, insbesondere in Zeiten der anhaltenden politischen Unruhen in Frankreich und Japan.

Darüber hinaus trägt der anhaltende Goldkauf durch globale Zentralbanken zu den bullischen Druck auf das gelbe Metall bei.

In der Zukunft bleiben die Reden von Fed-Beamten im Fokus, um neue Einblicke in die US-Wirtschaft und den Kurs der Fed bei den Zinssätzen zu erhalten, in Ermangelung offizieller Datenveröffentlichungen.

Technische Analyse des Goldpreises: Tageschart

Der Tageschart zeigt, dass der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) weiter in der extrem überkauften Zone ansteigt, derzeit bei etwa 86,50.

Der führende Indikator deutet darauf hin, dass eine tiefgreifende Korrektur bevorstehen könnte, wenn es den Käufern nicht gelingt, den Bruch über 4.000 USD auf Basis eines Tages-Schlusskurses aufrechtzuerhalten.

Wenn dies eintritt, öffnen sich die Türen für einen Test der psychologischen Marke von 4.050 USD, wobei das nächste Ziel bei 4.100 USD gesehen wird.

Auf der anderen Seite, wenn die Käufer schließlich aufgeben, könnte Gold die anfängliche psychologische Unterstützung bei 3.950 USD testen, unterhalb derer das Tief dieser Woche bei 3.884 USD herausgefordert wird.

Die entscheidende Marke für Goldkäufer wird wahrscheinlich das Tief vom 2. Oktober bei 3.820 USD sein.

Risikostimmung - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.

In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.

Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.

Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.

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