- Gold beendete die Woche mit marginalen Gewinnen nach drei Wochenverlusten in Folge.
- Der anhaltende Ausverkauf bei den Rohölpreisen hat Bullion gestützt.
- Die Federal Reserve hob ihren FFTR wie erwartet auf 3,75%-4,00% an.
Die Woche im Rückblick
Das Edelmetall startete die Woche in einer recht bärischen Stimmung und setzte die nahezu ununterbrochene Abwärtsbewegung nach den August-Hochs nahe der Marke von 4.700 USD je Feinunze weiter fort.
In der zweiten Wochenhälfte machte die Marktstimmung jedoch eine Kehrtwende. Es waren weder die Federal Reserve (Fed), neu entfachte geopolitische Spannungen, der US-Dollar (USD) noch die Treasury-Renditen.
Diesmal war der Auslöser für die anhaltende Erholung der Goldpreise der deutliche Rückgang der Rohölpreise, sowohl bei den amerikanischen (WTI) als auch bei den europäischen (Brent) Referenzsorten.
Im Großen und Ganzen wirken fallende Rohölpreise also Erwartungen höherer Verbraucherpreise entgegen, was wiederum die Fed dazu veranlasst, ihre inzwischen noch verstärkte vorsichtige Haltung beizubehalten.
Eine direkte Folge davon war ein zusätzlicher Impuls durch Short-Covering, da die überwiegende Mehrheit der Händler auf niedrigere Preise in Verbindung mit der weithin erwarteten Zinserhöhung der Fed am Mittwoch positioniert war.
Gold-Longs halten sich wacker, doch das Risiko einer Überfüllung steigt
Die bullische Positionierung in Gold verstärkte sich in der Woche bis zum 8. September laut der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) leicht. Dennoch stieg die Netto-Spekulationsposition auf fast 232K Kontrakte und machte damit einen Teil des Rückgangs der Vorwoche wieder wett. Allerdings ging die Veränderung über 4 Wochen deutlich auf etwas mehr als +14K Kontrakte zurück, was zeigt, dass das breitere bullische Momentum nachlässt.
Zusätzlich fiel das Open Interest auf rund 411,2K Kontrakte. Die Netto-Longs bauen sich auf, doch die Gesamtbeteiligung nimmt ab, was darauf hindeutet, dass die Rallye eher von Short-Covering als von neuen Long-Positionen getragen wurde. Dies deutet auf eine taktische Verbesserung der Positionierung hin, aber nicht auf eine Rückkehr des Vertrauens unter den Marktteilnehmern.
Auch das spekulative Exposure stieg auf 56,41%, wobei sein Perzentil auf unglaublich hohe 98,4 kletterte. Das Gold-Exposure ist damit historisch ausgedehnt, obwohl das Netto-Positions-Perzentil mit 73,5 moderater bleibt. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass das Exposure im Verhältnis zum Open Interest nahe an Extremwerten liegt, was das Risiko eines überfüllten Long-Trades erhöht.
Insgesamt bleibt die nicht-kommerzielle Positionierung im gelben Metall klar bullish, doch das Signal wird zunehmend reifer und anfälliger für eine Korrektur. Die positive Wochenveränderung und das Short-Covering stützen den Aufwärtsbias, doch das nachlassende 4-Wochen-Momentum und ein extrem hohes Exposure-Perzentil warnen davor, dass weitere Gewinne möglicherweise frische Long-Beteiligung statt einer fortgesetzten Positionsanpassung erfordern.
Die Goldnachfrage entwickelt sich in Asien unterschiedlich
Aus einer anderen Perspektive blieb die physische Goldnachfrage in Indien in dieser Woche verhalten, da die Käufer angesichts der hohen Preise von weiteren Käufen absahen und die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Rückgangs zu einer abwarten-den Haltung führte.
In China blieben die Aufschläge derweil stabil, während die Nachfrage zunahm, nicht zuletzt von Anlegern, die ein Exposure gegenüber dem gelben Metall als Wertspeicher und zum Schutz vor Marktvolatilität haben wollten.
Diese "Lücke" deutet auf einen vorsichtigen indischen Markt hin, aber auf eine bessere zugrunde liegende Nachfrage in China, wo die Investmentnachfrage weiterhin stützend wirkt.
Wie geht es mit Gold weiter
Der Hauptfokus in der kommenden Woche wird auf dem mit Spannung erwarteten Trump-Xi-Gipfel am Donnerstag liegen, während auch die vorläufigen Veröffentlichungen zur Geschäftstätigkeit für den laufenden Monat auf Interesse stoßen dürften.
Technische Analyse
Auf dem Tages-Chart notiert XAU/USD bei 4.363,52 USD und bleibt unter dem langfristigen 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.541,17 USD, was den übergeordneten Ton trotz einer Stabilisierung des Kurses über seinen mittel- und kurzfristigen Baselines begrenzt hält. Das Metall liegt über dem 100-Tage-SMA bei 4.320,72 USD und dem 55-Tage-SMA bei 4.273,00 USD, was auf eine Gegenbewegung innerhalb eines größeren bärischen Kontexts hindeutet, während der Relative Strength Index (14) um 50 und ein nachlassender Average Directional Index (14) nahe 16 auf nachlassende Trendstärke und eine Konsolidierungsphase statt einer impulsiven Richtung hindeuten.
Auf der Oberseite wird der unmittelbare Widerstand durch den 200-Tage-SMA bei 4.541,17 USD definiert, und die Bullen müssten einen nachhaltigen Durchbruch über diese Barriere schaffen, um die vorherrschende Abwärtsneigung zu mildern. Auf der Unterseite findet sich die erste Unterstützung nahe dem aktuellen Bereich beim 100-Tage-SMA bei 4.320,72 USD, gefolgt vom 55-Tage-SMA bei 4.273,00 USD, wobei ein Tagesschluss darunter wahrscheinlich den Weg zu tieferen Retracements in den kommenden Sitzungen wieder öffnen würde.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Erholung von Gold muss sich noch beweisen
Gold hat zwar wieder Tritt gefasst, doch die Erholung ist noch nicht stark genug, um als neue bullishe Phase zu gelten.
Niedrigere Ölpreise, eine vorsichtige Fed und eine stabile chinesische Investmentnachfrage könnten das Metall kurzfristig stützen, wobei ein nachhaltiger Anstieg zurück in den Bereich von 4.700 USD je Feinunze möglich bleibt, falls der Greenback und die Renditen von US-Staatsanleihen nachgeben.
Ein Trump-Xi-Gipfel könnte ebenfalls ein Auslöser sein, insbesondere wenn er die Nachfrage nach defensiven Anlagen erhöht oder die Erwartungen an ein weniger konfrontatives globales Handelsumfeld bestätigt.
Dennoch werden die Risiken zunehmend ausgewogener. Da die Positionierung der Spekulanten bereits nahe historischer Extremwerte liegt, könnte das Edelmetall Schwierigkeiten haben, seinen Anstieg ohne eine neue Welle von Long-Käufen fortzusetzen.
Ein erneuter Anstieg des Rohöls, festere Renditen von US-Staatsanleihen, ein stärkerer Dollar oder enttäuschende Schlagzeilen vom Trump-Xi-Treffen könnten Gewinnmitnahmen auslösen. Vorerst bleibt der Ausblick vorsichtig konstruktiv, doch die nächste Aufwärtsbewegung wird wahrscheinlich mehr erfordern als nur Short-Covering: Sie wird frisches Kapital, stärkere physische Nachfrage und einen klareren Grund dafür brauchen, dass Anleger ihre Positionen weiter ausbauen.
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