- AUD/USD hat den Rückgang vom Mittwoch fortgesetzt und ist auf Fünf-Tage-Tiefs nahe 0,6600 gefallen.
- Der US-Dollar hat nach der Zinssenkung der Fed erheblichen Aufwärtsimpuls gesammelt.
- Der Arbeitsmarktbericht Australiens konnte dem Aussie keine Unterstützung bieten.
Der australische Dollar (AUD) hat am Donnerstag weiter an Boden verloren, während AUD/USD zurück in Richtung der Unterstützungszone bei 0,6600 rutschte. Der Rückgang erfolgt nur einen Tag, nachdem das Paar kurzzeitig über 0,6700 getestet hatte, was mehrmonatige Höchststände markiert.
Der Rückgang hat weniger mit Australien und mehr mit dem US-Dollar (USD) zu tun. Der US-Dollar-Index (DXY) ist auf Drei-Tage-Hochs, deutlich über 97,00, gestiegen, da die US-Renditen über die gesamte Kurve gestiegen sind und dem Greenback frischen Schwung verleihen.
Hartnäckige Inflation hält die RBA vorsichtig
Das Inflationsproblem Australiens verschwindet nicht so schnell wie erhofft. Der monatliche CPI (gewichteter Durchschnitt) für Juli stieg auf 2,8% von 1,9% im Juni, während der CPI für das zweite Quartal um 0,7% QoQ und um 2,1% im Vergleich zum Vorjahr anstieg.
Diese Hartnäckigkeit erklärt, warum die Reserve Bank of Australia (RBA) vorsichtig bleibt, zu aggressiv zu senken. Da die Inflation weiterhin über den Komfortniveaus liegt, halten die Entscheidungsträger eine sorgfältige Balance zwischen der Unterstützung des Wachstums und der Vermeidung eines erneuten Anstiegs der Inflation.
Die heimische Wirtschaft hält sich besser als befürchtet
Trotz des globalen Hintergrunds hat sich die australische Wirtschaft überraschend widerstandsfähig gezeigt. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe für August lag bei 53,0 und der für Dienstleistungen bei 55,8, beide deutlich im Expansionsbereich.
Der Einzelhandelsumsatz stieg im Juni um 1,2%, und der Handelsüberschuss im Juli weitete sich auf 7,3 Milliarden AUD aus. Darüber hinaus stieg die Unternehmensinvestition im zweiten Quartal leicht an, und das BIP überraschte mit einem Anstieg von 0,6% QoQ und 1,8% YoY.
Der Arbeitsmarkt ist etwas gemischter: Die Arbeitslosenquote blieb im August bei 4,2%, aber die Beschäftigungsänderung fiel um 5,4K Personen.

RBA bleibt auf datengestütztem Kurs
Die RBA senkte den offiziellen Geldsatz (OCR) Anfang dieses Monats um 25 Basispunkte auf 3,60% und reduzierte ihre Wachstumsprognose für 2025. Gouverneurin Michele Bullock schloss tiefere Senkungen aus und betonte, dass die Entscheidungen datengestützt bleiben.
Die Protokolle der letzten Sitzung hoben einen bedingten Ansatz hervor: Wenn sich der Arbeitsmarkt verschlechtert, könnte die RBA schneller handeln, aber wenn das Wachstum stabil bleibt, werden die politischen Anpassungen schrittweise erfolgen.
Die Märkte erwarten nun, dass es bei der Sitzung am 30. September keine Änderungen geben wird; sie rechnen jedoch weiterhin mit etwa 30 Basispunkten zusätzlicher Lockerung bis zum Jahresende.
China bleibt der ausschlaggebende Faktor
Die Geschicke Australiens sind eng mit China verbunden. Das BIP im zweiten Quartal wuchs dort um 5,2% im Jahresvergleich, aber die Einzelhandelsumsätze enttäuschten mit nur 3,4% Wachstum im August.
Darüber hinaus sind die PMIs ebenfalls gemischt, da der PMI für das verarbeitende Gewerbe auf 49,4 gefallen ist, während der für Dienstleistungen auf 50,3 gestiegen ist. Zudem bestehen weiterhin deflationäre Risiken, da der CPI im Jahr bis August um 0,4% gesunken ist.
Die People's Bank of China (PBoC) hielt die Loan Prime Rates im August stabil, 3,00% für ein Jahr und 3,50% für fünf Jahre, und wird voraussichtlich auch an diesem Wochenende keine Änderungen vornehmen.
AUD/USD Technischer Ausblick: Range bleibt intakt
AUD/USD handelt weiterhin innerhalb seiner gewohnten Range.
Bullen zielen auf die 2025er Obergrenze bei 0,6707 (17. September), während ein klarer Ausbruch nach oben den 2024er Höchststand bei 0,6942 (30. September) ins Spiel bringen würde, gefolgt von der 0,7000-Marke.
Auf der Abwärtsseite liegt die erste Unterstützung bei der August-Basis von 0,6414 (21. August), vor dem wichtigen 200-Tage-SMA bei 0,6394 und dem Juni-Tief bei 0,6372 (23. Juni).
Die Momentumsignale schwächen sich etwas ab: Der Relative Strength Index (RSI) ist auf unter 57 gefallen, was auf nachlassenden bullischen Druck hindeutet, während der Average Directional Index (ADX) knapp über 21 liegt und darauf hindeutet, dass der breitere Trend nur allmählich an Stärke gewinnt.
AUD/USD Tageschart

Kurzfristige Sicht
Derzeit bleibt AUD/USD seitwärts. Ein entscheidender Durchbruch aus diesem Muster benötigt wahrscheinlich einen Katalysator: Stärkere Daten aus China, eine bedeutende Änderung der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) oder einen überraschenden Schritt der RBA.
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