- AUD/USD gewann an Impuls und testete am Donnerstag erneut die 0,6400-Nähe.
- Der US-Dollar sah sich erneuten Abwärtsdrucks aufgrund von Zolleskalationen gegenüber.
- Die Inflationszahlen Australiens werden nächste Woche alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Der Australische Dollar (AUD) gewann am Donnerstag erneut an Aufwärtsdynamik, wobei AUD/USD kurzzeitig Niveaus knapp über der wichtigen 0,6400-Hürde testete, nachdem es zwei aufeinanderfolgende Tage mit Verlusten gegeben hatte. Die moderate Erholung erfolgte als Reaktion auf einen schwächeren US-Dollar (USD), da Skepsis über den tatsächlichen Fortschritt im Handelskonflikt zwischen den USA und China auf die Marktteilnehmer drückte.
Angesichts der starken Handelsabhängigkeit Australiens von China bleibt der Aussie besonders empfindlich gegenüber Veränderungen im geopolitischen Handelsumfeld.
Zentralbanken halten sich zurück
Sowohl die Federal Reserve (Fed) als auch die Reserve Bank of Australia (RBA) signalisieren Vorsicht. Die Fed ließ die Zinssätze im März unverändert bei 4,25%–4,50%, wobei Vorsitzender Jerome Powell die Bedeutung der Verankerung der Inflationserwartungen betonte – selbst angesichts steigender Zolllrisiken. Powell betonte später, dass zukünftige Zinsschritte datengetrieben bleiben werden.
Die RBA hielt ihren Leitzins in diesem Monat ebenfalls stabil bei 4,10%, wobei Gouverneurin Michele Bullock auf anhaltenden Inflationsdruck und enge Arbeitsmarktbedingungen hinwies. Die Marktpreise deuten auf eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70% für eine Zinssenkung bei der Sitzung der Zentralbank im Mai hin.
Positionierung deutet auf vorsichtigen Optimismus hin
Aktuelle CFTC-Daten zeigen einen Rückgang der Netto-Leerverkäufe auf den Aussie, die bis zum 15. April auf ein Fünf-Wochen-Tief von etwa 59K Kontrakten fielen. Diese Bewegung, begleitet von einem Rückgang des offenen Interesses, deutet darauf hin, dass einige spekulative Händler ihre bärischen Wetten zurückfahren könnten.
Technisches Bild
Technisch gesehen bleibt AUD/USD unter seinem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) begrenzt, der jetzt bei etwa 0,6470 liegt.
Ein Durchbruch über dieses Niveau würde den Höchststand von 0,6439 (22. April) ins Visier nehmen, gefolgt vom November 2024-Hoch bei 0,6687. Darüber hinaus wird ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser kritischen Region voraussichtlich den kurzfristigen Ausblick des Paares auf einen konstruktiveren Kurs verschieben, was zusätzliche Gewinne ermöglichen würde.
Auf der Abwärtsseite würde ein Versagen, die vorläufigen 55-Tage- und 100-Tage-SMAs bei 0,6295 bzw. 0,6282 zu verteidigen, eine Bewegung zum 2025-Tief von 0,5913 zur Folge haben, bevor das Tief aus der Pandemie-Ära bei 0,5506 erreicht wird.
Momentum-Indikatoren bieten gemischte Signale. Der Relative Strength Index (RSI), der sich nahe 58 bewegt, deutet auf Spielraum für weitere Aufwärtsbewegungen hin, während ein gedämpfter Average Directional Index (ADX) nahe 17 darauf hinweist, dass der aktuelle Aufwärtstrend möglicherweise an Überzeugung mangelt.
AUD/USD Tageschart

Ausblick: Unruhige Gewässer voraus
Da Zolllschlagzeilen und eingehende Daten weiterhin die Stimmung beeinflussen, bleibt AUD/USD sehr empfindlich gegenüber politischen Signalen aus Washington und Peking. Bis Klarheit entsteht, sollten Händler sich auf anhaltende Volatilität einstellen.
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