Der japanische Yen (JPY) übertrifft derzeit alle G10-Währungen, da die Märkte wieder mit einer Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) im Dezember rechnen. Auslöser sind innenpolitische Signale und zunehmende Forderungen, die Inflation stärker zu bekämpfen, berichten die Scotiabank-Devisenstrategen Shaun Osborne und Eric Theoret.
Der Yen erholt sich angesichts neu belebter Erwartungen an einen Zinsschritt im Dezember
„Der Yen liegt aktuell vor sämtlichen G10-Währungen und startet mit einem Plus von 0,3 % gegenüber dem US-Dollar in die nordamerikanische Sitzung am Dienstag, während er seine Erholung vom 10-Monats-Tief der vergangenen Woche vorsichtig fortsetzt. Die Entwicklung im Inland steht im Vordergrund, und eine Zinserhöhung der BoJ im Dezember scheint wieder auf dem Tisch zu liegen, nachdem die Märkte ihre Erwartungen zuletzt auf das erste Quartal 2026 verschoben hatten – mit potenziellen Schritten im Januar oder März“, so die Analysten.
„Die Marktteilnehmer reagieren offenbar auf eine prominente Botschaft des Chefs der größten japanischen Gewerkschaft, der die Regierung von Premierministerin Takaichi auffordert, ihre Bemühungen im Kampf gegen die Inflation zu verstärken. An den kurzfristigen Zinsmärkten wurden rund fünf Basispunkte eingepreist, womit die Erwartung für Dezember nun bei neun Basispunkten liegt – was einer Wahrscheinlichkeit von etwa 36 % für einen Zinsschritt entspricht“, heißt es weiter.
„Die US-Japan-Zinsspreads geraten erneut unter Druck, und ihre Abkopplung vom Yen weitet sich aus, sodass die Währung deutlich unter den Niveaus notiert, die die Fundamentaldaten nahelegen.“
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