Marktteilnehmer, die am japanischen Yen (JPY) festgehalten haben, dürften erneut froh gewesen sein, das Jahr hinter sich zu lassen. Der Yen konnte sich 2025 gegenüber dem schwachen US-Dollar nur knapp behaupten. Nach einer sehr schwachen zweiten Jahreshälfte mit einem Minus von rund 7,5 Prozent im Vergleich zum G10-Durchschnitt war zeitweise unklar, ob der Yen die zweitschlechteste G10-Währung sein würde, merkt Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister an.

Der Yen gerät durch Haushaltsängste und China-Spannungen unter Druck

„Im Dezember setzte das bekannte Muster wieder ein: Der japanische Finanzminister betonte, Japan habe eine ‚freie Hand‘, um entschlossen gegen Währungsbewegungen vorzugehen, die nicht mit den Fundamentaldaten vereinbar seien. Sobald der Yen stärker abwertet, kommen solche Diskussionen auf. In der Regel dauert es jedoch einige Wochen mit zunehmend scharfer Rhetorik, bevor es tatsächlich zu Interventionen kommt – und es sieht derzeit nicht so aus, als würde der Yen weiter deutlich nachgeben.“

„Es stellt sich die Frage, was genau eine Yen-Bewegung ist, die nicht im Einklang mit den Fundamentaldaten steht. Zum Jahresende wurde der Yen von zwei Faktoren belastet: Ein größeres als erwartetes Fiskalpaket schürte Sorgen über die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen, ebenso wie ein sich zuspitzender Konflikt mit China. Dort zeigt man sich verärgert über Äußerungen des japanischen Premierministers zu Taiwan. Diese Aussagen waren nicht neu, sondern wiederholten frühere Positionen. Dennoch scheint China derzeit auf Eskalationskurs zu sein. In dieser Woche wurde bekannt, dass China Exportkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan verhängt hat. In einer Phase, in der die japanische Realwirtschaft ohnehin unter Druck steht, ist dies ein weiterer Rückschlag.“

„Derzeit ist es schwer vorherzusagen, wann sich der Konflikt mit China wieder abkühlen wird und wann sich der Yen erholen kann. Ebenso ist kaum vorstellbar, dass sich die Entwicklungen in Japan von diesem Konflikt abkoppeln. Die enttäuschenden Lohndaten vom Morgen machen weitere Zinserhöhungen noch unwahrscheinlicher. Wer auf eine deutliche Aufwertung des Yen hofft, dem bleibt vorerst nur das Warten auf eine Entspannung im Verhältnis zu China. Zudem müssen diese Anleger darauf hoffen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert. Schließlich könnte die chinesische Regierung die Auseinandersetzung mit einem vollständigen Exportverbot für Seltene Erden weiter verschärfen – was dem Yen einen erheblichen Schlag versetzen würde.“

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