XRP bei 1,60 Dollar: Diese Ripple-Marke entscheidet jetzt über Crash oder Comeback


Ripple (XRP) steht am Donnerstag genau dort, wo sich entscheidet, ob die Korrektur vorbei ist oder erst richtig beginnt. Der Kurs pendelt um die entscheidende Marke von 1,60 US-Dollar – ein Niveau, das derzeit sinnbildlich für den gesamten Kryptomarkt steht: ruhig an der Oberfläche, aber angespannt darunter.

Am Dienstag zeigte sich, wie nervös Anleger aktuell sind. Ein plötzlicher Volatilitätsschub löste einen schnellen Abverkauf aus. XRP rutschte bis auf 1,53 US-Dollar, sammelte dort Liquidität ein und stabilisierte sich anschließend wieder. Doch die Erholung wirkt fragil. Die Frage ist: Reicht die Kraft für mehr – oder ist das nur eine Atempause?

Während Institutionen kaufen, zieht sich das Kleingeld zurück

Auf den ersten Blick sieht es gar nicht schlecht aus. US-gelistete XRP-Spot-ETFs verzeichneten am Dienstag Zuflüsse von rund 19 Millionen US-Dollar, nachdem es am Montag noch leichte Abflüsse von 405.000 US-Dollar gegeben hatte. Insgesamt belaufen sich die kumulierten Zuflüsse inzwischen auf 1,2 Milliarden US-Dollar, das verwaltete Vermögen liegt bei 1,11 Milliarden US-Dollar.

Das ist ein klares Signal: Institutionelle Investoren sind weiterhin interessiert. Doch genau hier beginnt das Problem.

Denn während die großen Adressen offenbar Positionen aufbauen, zieht sich ein anderer Teil des Marktes still und leise zurück – die Privatanleger.

Alarmzeichen aus dem Derivate-Markt

Ein Blick auf den Futures-Markt offenbart eine Entwicklung, die man nicht ignorieren sollte. Das sogenannte Open Interest, also der Gesamtwert aller offenen XRP-Futures-Positionen, ist am Mittwoch auf 2,61 Milliarden US-Dollar gefallen. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 2,93 Milliarden US-Dollar.

Noch brisanter ist der größere Kontext: Anfang Januar lag das Open Interest bei 4,55 Milliarden US-Dollar, im Oktober sogar bei 8,36 Milliarden US-Dollar. Der Trend zeigt klar nach unten. Das bedeutet: Immer mehr Trader schließen Positionen, statt neue zu eröffnen.

Warum das gefährlich ist? Weil nachhaltige Kursanstiege fast immer frisches Kapital brauchen – vor allem aus dem Retail-Bereich. Ohne diese Dynamik fehlt dem Markt der nötige Druck, um Widerstände zu brechen.

Zum Vergleich: Als XRP im Juli ein neues Allzeithoch bei 3,66 US-Dollar erreichte, explodierte das Open Interest auf 10,94 Milliarden US-Dollar. Damals war Euphorie da. Heute dominiert Vorsicht.

Hoffnungsträger ETFs – aber ohne Hebel?

Die ETF-Zuflüsse zeigen zwar, dass große Investoren XRP nicht abgeschrieben haben. Doch ohne Unterstützung aus dem Derivate-Markt bleibt der Effekt begrenzt. Institutionen sorgen für Stabilität, aber Retail sorgt für Bewegung. Genau diese Bewegung fehlt aktuell.

Sollten die ETF-Zuflüsse in den kommenden Tagen anhalten, könnte sich das Sentiment dennoch drehen. In diesem Fall steigen die Chancen, dass XRP die nächsten wichtigen Widerstandsbereiche bei 1,65 und 1,77 US-Dollar angreift. Dort sitzt jedoch massives Verkaufsinteresse – ein Durchbruch wird kein Selbstläufer.

Der Chart sendet erste Warn- und Hoffnungssignale

Technisch betrachtet zeigt XRP ein gemischtes Bild. Der Relative-Strength-Index (RSI) ist im Tageschart auf 30 gestiegen und damit knapp aus dem überverkauften Bereich heraus. Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Mehr aber auch noch nicht.

Solange der RSI nicht deutlich Richtung Mittellinie läuft, bleibt jede Erholung anfällig. Die kurzfristigen Kursziele liegen weiterhin bei 1,66 US-Dollar und 1,77 US-Dollar – beides Zonen, an denen XRP zuletzt gescheitert ist.

Gleichzeitig mahnt ein anderer Indikator zur Vorsicht: Der MACD bleibt klar negativ. Zwar schwächen sich die Abwärtsimpulse ab, doch der Indikator notiert weiterhin unter der Nulllinie. Für viele Anleger ist das ein klares Signal, Risiko zu reduzieren.

Fällt die 1,60 – dann wird es ungemütlich

Damit läuft alles auf eine Marke hinaus: 1,60 US-Dollar. Hält dieses Niveau, bleibt die Chance auf eine Stabilisierung und einen erneuten Angriff nach oben. Fällt es jedoch per Tagesschluss, droht eine erneute Abwärtswelle.

In diesem Szenario rücken zuerst 1,53 US-Dollar und anschließend die psychologisch extrem wichtige Marke von 1,50 US-Dollar in den Fokus. Dort würde sich entscheiden, ob XRP nur korrigiert – oder ob der Markt eine deutlich tiefere Neubewertung erzwingt.

Fazit: Entscheidung vertagt – aber nicht aufgehoben

XRP steckt in einer heiklen Übergangsphase. Institutionelles Geld fließt, doch Privatanleger ziehen sich zurück. Die Technik sendet erste Entspannungssignale, aber noch keine echte Trendwende. Solange das Open Interest weiter sinkt, fehlt dem Markt der nötige Treibstoff für einen nachhaltigen Ausbruch.

Die nächsten Tage werden entscheidend. Bleibt XRP über 1,60 US-Dollar und halten die ETF-Zuflüsse an, könnte sich das Blatt wenden. Rutscht der Kurs jedoch darunter, dürfte die Ruhe trügerisch gewesen sein. Genau deshalb schauen aktuell so viele Anleger auf XRP – weil hier gerade die Weichen gestellt werden.

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