- EUR/GBP steigt auf fast 0,8652 vor der geldpolitischen Ankündigung der BoE und der EZB.
- Es wird erwartet, dass sowohl die EZB als auch die BoE die Zinssätze unverändert lassen.
- Die BoE wird voraussichtlich ihre schrittweise geldpolitische Lockerungsführung beibehalten.
Das Paar EUR/GBP wird im späten asiatischen Handel am Donnerstag leicht höher bei fast 0,8652 gehandelt. Das Paar steigt, da das Pfund Sterling (GBP) vor der geldpolitischen Ankündigung der Bank of England (BoE) um 12:00 GMT schwächer abschneidet.
Es wird erwartet, dass die BoE die Zinssätze bei 3,75% unverändert lässt, mit einer Mehrheit von 7-2, da sie die Borrowing Rates in ihrer letzten Sitzung gesenkt hat und angedeutet hat, dass die Geldpolitik auf einem "schrittweisen Abwärtspfad" bleiben wird. Daher werden die Anleger die geldpolitische Erklärung und die Pressekonferenz von Gouverneur Andrew Bailey genau verfolgen, um neue Hinweise auf die Zinserwartungen zu erhalten.
Die Zentralbank des Vereinigten Königreichs (UK) wird voraussichtlich eine schrittweise geldpolitische Lockerung bekräftigen, da die Beschäftigungsbedingungen schwach geblieben sind und die Beamten zuversichtlich sind, dass der Preisdruck im zweiten Quartal dieses Jahres wieder auf 2% zurückkehren wird. Allerdings beschleunigte sich der Verbraucherpreisindex (CPI) im Dezember, nachdem er im Oktober und November nachgelassen hatte.
In der Zwischenzeit handelt der Euro (EUR) vor der Zinssatzentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 13:15 GMT weitgehend stabil. Es wird auch erwartet, dass die EZB die Borrowing Rates stabil lässt, da verschiedene Beamte geäußert haben, dass geldpolitische Anpassungen unangemessen sind, es sei denn, es gibt eine dramatische Veränderung bei Inflation und Beschäftigung.
Am Mittwoch kühlten die vorläufigen Daten des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für Januar wie erwartet auf 1,7% im Jahresvergleich ab, nach 1,9% im Dezember.
Zentralbanken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.
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