• WTI zieht sich zurück, trotz EIA-Inventar-Miss.
  • OPEC+-Angebotssteigerungen überwiegen kurzfristige US-Vorratsreduzierung und drücken WTI in Richtung Unterstützung durch den gleitenden Durchschnitt.
  • Momentum-Indikatoren deuten darauf hin, dass die kurzfristige Preisbewegung unter 65,00 USD für Bären günstig bleiben könnte.

WTI-Rohöl steht unter Druck, trotz eines größeren als erwarteten Rückgangs der US-Rohöllagerbestände am Mittwoch, da steigende Angebots- und Nachfragesorgen weiterhin den Aufwärtsdruck begrenzen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert WTI bei 65,14 USD.

Obwohl die Daten der Energy Information Administration (EIA) grundsätzlich unterstützend waren, zeigt die gedämpfte bis negative Preisreaktion, dass die Stimmung vorsichtig ist und Händler möglicherweise mehr auf makroökonomische Gegenwinde oder technische Widerstände fokussiert sind.

Die EIA veröffentlichte am Mittwoch ihren neuesten wöchentlichen Lagerbericht, der einen größeren als erwarteten Rückgang der Bestände widerspiegelte. Nach einem unerwarteten Anstieg um 7,07 Millionen Barrel in der letzten Woche hatten Analysten erwartet, dass die Daten einen Rückgang um 1,8 Millionen Barrel in dieser Woche zeigen würden. Die tatsächlichen Zahlen zeigten jedoch, dass die Bestände um 3,859 Millionen Barrel gefallen sind und damit die Erwartungen übertroffen haben.

Die API- und OPEC+-Berichte, die am Dienstag veröffentlicht wurden, zeigten jedoch, dass das Angebot stabil bleibt, was das Aufwärtspotenzial für WTI einschränkt.

Ein entscheidender Bruch unter 64,18 USD könnte weiteren Verkaufsdruck einladen, während ein Halten darüber die Bullen im Spiel halten könnte.

WTI konnte am Montag keine Gewinne über dem 50,0%-Fibonacci-Retracement-Niveau des Rückgangs von Januar bis April bei 67,08 USD halten und ist seitdem auf etwa 65,25 USD zurückgefallen.

Dieser Pullback hebt das schwächende bullische Momentum hervor, was durch wiederholte Ablehnungen nahe 67,00 USD und einen Bruch unter die aufsteigende Trendlinie weiter belegt wird.

Der Preis schwebt nun nahe dem 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 64,18 USD, einem kritischen technischen Bereich, der auch durch die Konvergenz des 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 64,87 USD und des 100-Tage-SMA bei 64,78 USD unterstützt wird, die alle Unterstützung bieten. Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 47 und zeigt neutrales Momentum mit einer leichten bärischen Tendenz an.

Während die EIA-Daten auf ein strafferes Angebot hindeuten, fordert das technische Bild Vorsicht, wobei die Zone von 64,75–65,00 USD wahrscheinlich eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der kurzfristigen Richtung spielen wird.



WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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