• Die Preise für US-Rohöl der Sorte WTI erholen sich nach der Veröffentlichung von deutlich stärkeren als erwarteten Lagerbestandsdaten.
  • Die wöchentlichen Zahlen zeigen einen starken Rückgang der US-Rohöllagerbestände, was auf eine stärkere Nachfrage hindeutet.
  • Entwicklungen rund um die venezolanischen Ölexporte und US-makroökonomische Daten bleiben im Fokus.

West Texas Intermediate (WTI) US-Rohöl wird am Donnerstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 56,70 USD gehandelt, was einem Anstieg von 0,90% im Tagesverlauf entspricht. Die WTI-Preise erholen sich, unterstützt durch die Veröffentlichung von Lagerbestandsdaten, die einen starken Rückgang der US-Rohöllagerbestände zeigen.

Nach den wöchentlichen Daten der US Energy Information Administration (EIA fielen die Rohölbestände in der Woche zum 2. Januar um 3,831 Millionen Barrel. Dieser Rückgang ist deutlich größer als der Rückgang in der Vorwoche und steht im scharfen Gegensatz zu den Markterwartungen, die auf einen Anstieg der Bestände hindeuteten. Ein größer als erwarteter Rückgang der Bestände wird allgemein als Zeichen für eine stärkere Nachfrage angesehen, was den Ölpreisen sofortige Unterstützung bietet.

Das Aufwärtspotenzial für WTI bleibt jedoch teilweise durch geopolitische und politische Entwicklungen begrenzt. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass Venezuela rund 2 Milliarden USD an Öl in die Vereinigten Staaten (US) exportieren würde. Die US-Administration deutete auch an, dass sie beabsichtigt, die langfristige Kontrolle über die venezolanischen Ölexporte und die damit verbundenen Einnahmen zu behalten, mit dem erklärten Ziel, die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren und den Energiesektor wieder aufzubauen. Diese Ankündigungen schüren Bedenken über zusätzliche Lieferungen, die in den nordamerikanischen Markt gelangen könnten, was weitere Preisanstiege begrenzen könnte.

Die Anleger beobachten auch genau die US-makroökonomischen Indikatoren. Der US-Beschäftigungsbericht für Dezember, der später am Freitag fällig ist, ist ein wichtiges Ereignis für die Märkte. Das Beschäftigungswachstum wird als moderat erwartet, begleitet von einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote. Jegliche Anzeichen einer Verlangsamung des US-Arbeitsmarktes könnten den US-Dollar (USD) belasten und durch die üblichen Marktdynamiken die auf USD lautenden Rohstoffe wie Öl unterstützen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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