• Der WTI-Preis fällt, da ein möglicher Waffenstillstand zwischen Ukraine und Russland die westlichen Sanktionen gegen russisches Öl aufheben könnte.
  • Der US-Gesandte Steve Witkoff wird nächste Woche Moskau besuchen, um mit russischen Führungspersönlichkeiten über das Ende des Ukraine-Kriegs zu sprechen.
  • Skepsis bleibt bestehen, und selbst bei einem Deal wird erwartet, dass eine Erhöhung der russischen Lieferungen Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl verliert an Boden, nachdem er in der vorherigen Sitzung mehr als 1 % zugelegt hatte, und handelt während der asiatischen Handelsstunden am Donnerstag bei etwa 58,30 USD pro Barrel. Die Rohölpreise fielen aufgrund von Berichten über einen potenziellen Waffenstillstand zwischen Ukraine und Russland, obwohl der gesamte Handel aufgrund des US-Thanksgiving-Urlaubs dünn blieb.

Der mögliche Waffenstillstand hat Spekulationen geweckt, dass die westlichen Sanktionen gegen russisches Öl letztendlich zurückgenommen werden könnten. Hinzu kommt, dass der US-Gesandte Steve Witkoff nächste Woche zusammen mit anderen hochrangigen US-Beamten nach Moskau reisen wird, um mit russischen Führungspersönlichkeiten über einen Plan zur Beendigung des fast vierjährigen Krieges in der Ukraine zu diskutieren, dem tödlichsten Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Ein hochrangiger russischer Diplomat erklärte jedoch am Mittwoch, dass Moskau keine wesentlichen Zugeständnisse zu einem Friedensplan machen werde, nachdem ein geleaktes Gesprächsprotokoll aufgetaucht war, in dem Witkoff anscheinend russische Beamte beraten hatte, wie sie ihren Fall dem US-Präsidenten Donald Trump präsentieren sollten.

Die Ölpreise stiegen leicht, da die Anleger Klarheit über die zukünftige Versorgung im Zuge der laufenden Friedensbemühungen zwischen Russland und der Ukraine suchten. Dennoch bleibt Skepsis darüber, ob die Gespräche bald zu einem Durchbruch führen werden, und selbst wenn ein Abkommen erzielt wird, erwarten die Märkte, dass eine Erhöhung der russischen Lieferungen Zeit in Anspruch nehmen wird.

Reuters berichtete Anfang dieser Woche von drei OPEC+-Quellen, die sagten, dass die Organisation der erdölexportierenden Länder und ihre Verbündeten voraussichtlich die Produktionsniveaus bei dem Treffen am Sonntag unverändert lassen werden. Einige Mitglieder der Gruppe, die etwa die Hälfte des weltweiten Öls liefert, haben seit April die Produktion erhöht, um zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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