- WTI steigt, während die Märkte den diplomatischen Fortschritt zwischen Moskau und Kiew verfolgen.
- Anleger konzentrieren sich auf das virtuelle OPEC+-Treffen am Sonntag, bei dem erwartet wird, dass die Gruppe ihre Produktionspause bis Anfang 2026 beibehält.
- Die Erwartungen an eine Zinssenkung der Federal Reserve im Dezember unterstützen weiterhin die Ölpreise.
West Texas Intermediate (WTI) US-Öl handelt am Freitag zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 59,30 USD und verzeichnet einen täglichen Gewinn von 0,50%, während die Anleger eine vorsichtige Haltung einnehmen und die laufenden Bemühungen um ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine beobachten.
Die Marktteilnehmer stellen fest, dass ein möglicher Durchbruch letztendlich die Sanktionen gegen russisches Rohöl lockern und einige eingeschränkte Lieferungen freigeben könnte, obwohl bedeutende Änderungen wahrscheinlich schrittweise und von einem konkreten Deal abhängig wären.
Der russische Präsident Wladimir Putin deutete an, dass Vorschläge, die vom US-Präsidenten Donald Trump übermittelt wurden, dazu beitragen könnten, einen zukünftigen Sicherheitsrahmen zu gestalten, und äußerte sich offen für weitere Verhandlungen. Auf ukrainischer Seite bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass ukrainische und US-Delegationen sich in dieser Woche treffen werden, um den genf-basierten Rahmen zu vertiefen, der darauf abzielt, die Situation zu stabilisieren und Sicherheitsgarantien zu schaffen.
Die Märkte richten auch ihre Aufmerksamkeit auf das virtuelle OPEC+-Treffen am Sonntag. Es wird erwartet, dass die Gruppe ihren Plan zur Aussetzung von Produktionssteigerungen bis Anfang 2026 aufrechterhält, während die Diskussionen möglicherweise auf eine umfassendere Überprüfung der langfristigen Kapazitäten der Mitglieder übergehen.
Die Ölpreise profitieren auch von einem günstigeren geldpolitischen Ausblick. Die Erwartungen an eine Lockerung durch die Federal Reserve (Fed) sind stark gestiegen. Laut dem CME FedWatch-Tool rechnen die Märkte jetzt mit einer über 87%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember, verglichen mit 39% vor einer Woche. Diese Aussicht belastet den US-Dollar (USD) und bietet Unterstützung für das auf USD lautende Rohöl.
WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.
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