• WTI verringert intraday Gewinne, nachdem es ein Sechs-Monats-Hoch nahe 66,24 USD erreicht hat.
  • Steigende US-Iran-Spannungen bringen eine frische geopolitische Risikoaufschlag in die Ölmärkte.
  • Technisch gesehen begünstigen die Momentum-Indikatoren die Oberseite, obwohl der nahezu überkaufte RSI vor einer möglichen Konsolidierung warnt.

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) setzt seinen Aufwärtstrend am Donnerstag fort und steigt kurzzeitig auf den höchsten Stand seit dem 4. August, da geopolitische Risikoaufschläge im Zusammenhang mit den steigenden US-Iran-Spannungen die Preise stützen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird der US-Benchmark um 65,20 USD pro Barrel gehandelt und konsolidiert sich, nachdem er ein Intraday-Hoch nahe 66,24 USD erreicht hat.

Die geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran haben sich verschärft, nachdem Washington neue Warnungen vor möglichen militärischen Aktionen über Teherans Atomprogramm ausgesprochen hat, was Bedenken über mögliche Lieferunterbrechungen im gesamten Nahen Osten neu entfacht hat.

In der Zwischenzeit fügt ein insgesamt schwächerer US-Dollar (USD) eine weitere Unterstützungsebene hinzu, da ein schwächerer Greenback dollarnotierte Rohstoffe für Käufer aus dem Ausland günstiger macht. Dennoch könnten anhaltende Sorgen über ein globales Überangebot als Gegenwind wirken und den Spielraum für weitere Gewinne begrenzen.

Aus technischer Sicht hat sich das Tageschart positiv entwickelt, da WTI entscheidend über einen absteigenden Kanal ausgebrochen ist und seine wichtigen gleitenden Durchschnitte zurückgewinnt.

Der Preis hält sich nun über den 50-Tage, 100-Tage und 200-Tage Simple Moving Averages (SMAs). Der 50-Tage SMA hat sich nach oben gewendet, während die langfristigen Durchschnitte nach einem längeren Rückgang zu flachen Bewegungen übergegangen sind, was darauf hindeutet, dass das bärische Momentum nachlässt und die Käufer allmählich die Kontrolle zurückgewinnen.

Die Momentum-Indikatoren unterstützen diese Verbesserung. Der Relative Strength Index (RSI) schwebt nahe 70 und weist auf starkes Aufwärtsmomentum hin, obwohl überkaufte Bedingungen warnen, dass die Rallye in naher Zukunft pausieren oder konsolidieren könnte.

Gleichzeitig ist der Average Directional Index (ADX) über 30 gestiegen, was die Ansicht verstärkt, dass die Trendstärke zunimmt.

Auf der Abwärtsseite fungiert der 200-Tage SMA nahe 61,90 USD als unmittelbare dynamische Unterstützung, vor der wichtigen psychologischen Marke von 60,00 USD. Ein Halten über dieser Zone würde das breitere bullische Setup intakt halten.

Auf der Oberseite würde ein nachhaltiger Durchbruch über den Bereich von 65,00 USD den nächsten Widerstand nahe dem Augusthoch von etwa 67,00 USD freilegen, mit Spielraum für eine weitere Ausdehnung in Richtung der 70,00 USD-Marke, falls das bullische Momentum beschleunigt.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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