• WTI erholt sich in Richtung 60 USD, da Ausfälle in Tengiz die Angebotsbedenken neu beleben.
  • Technische Indikatoren verbessern sich, da die Momentum-Indikatoren unterstützend wirken und den jüngsten Abwärtsdruck verringern.
  • Bullen suchen einen täglichen Schlusskurs über 60 USD und 62,19 USD, um eine breitere Erholung zu bestätigen.

Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Rohöl setzt seine Erholung am Dienstag fort und erhält bescheidene Unterstützung durch erneute Angebotsbedenken, nachdem Produktionsausfälle die Flüsse aus dem kasachischen Tengiz-Ölfeld gestört haben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI bei etwa 60,33 USD gehandelt, was einem Anstieg von etwa 1,6% im Tagesverlauf entspricht.

Gleichzeitig belasten die eskalierenden Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union den US-Dollar (USD) erheblich, was den in Dollar denominierten Rohölpreis für Käufer im Ausland günstiger macht und eine weitere Unterstützung für die Preise bietet.

Über den fundamentalen Hintergrund hinaus wird das technische Bild ebenfalls unterstützender, da sich das Momentum nach der jüngsten Schwäche verbessert.

Auf dem Tages-Chart testet WTI den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei etwa 59,84 USD, nachdem er sich über dem 50-Tage-SMA stabilisiert hat, was ein Zeichen dafür ist, dass die Käufer die kurzfristige Kontrolle zurückgewinnen. Allerdings hält die Tatsache, dass der 50-Tage-SMA weiterhin unter dem 100-Tage-SMA tendiert, den breiteren Ausblick nach unten geneigt.

Ein täglicher Schlusskurs über der psychologischen Marke von 60,00 USD und dem 100-Tage-SMA würde die laufende Erholung stärken und das verbesserte Aufwärtsmomentum bestätigen. Auf der Oberseite wird unmittelbarer Widerstand bei 62,19 USD, dem Hoch vom 14. Januar, gesehen.

Ein klarer Durchbruch über dieses Niveau würde einen Wechsel in der vorherrschenden Abwärtsstruktur markieren und die Tür für eine tiefere Erholung in Richtung der Zone von 64,00–66,00 USD öffnen, einem früheren Angebotsbereich.

Auf der Abwärtsseite bietet der 50-Tage-SMA unmittelbare Unterstützung, gefolgt vom Tief vom 8. Januar bei 55,90 USD.

Die Momentum-Indikatoren neigen sich leicht bullish. Der Relative Strength Index (RSI) ist auf 59 gestiegen, was auf ein verbessertes bullisches Momentum hinweist, ohne überkaufte Bedingungen anzuzeigen, was Raum für weitere Gewinne suggeriert, wenn das Kaufinteresse anhält.

In der Zwischenzeit bleibt der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich, wobei die MACD-Linie über ihrer Signallinie liegt und das Histogramm weiterhin positive Balken druckt.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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