• Die Ölpreise erholen sich nach zwei Verlustsitzungen, unterstützt durch eine vorübergehende Entspannung der geopolitischen Ängste rund um den Iran.
  • Befürchtungen über mögliche Lieferunterbrechungen im Nahen Osten haben nachgelassen, sind jedoch nicht vollständig verschwunden.
  • Erwartungen an ein globales Überangebot setzen weiterhin der Aufwärtsdynamik auf dem Ölmarkt Grenzen.

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) wird am Freitag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei etwa 59,80 USD pro Barrel gehandelt, was einem Anstieg von 1,60% im Tagesverlauf entspricht. Das Rohöl erholt sich teilweise von den Verlusten der beiden vorherigen Sitzungen, da die Anleger die geopolitischen Risiken im Nahen Osten nach vorsichtigeren Äußerungen des Weißen Hauses zum Iran neu bewerten.

US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe von der Drohung militärischer Maßnahmen Abstand genommen, nachdem er Zusicherungen erhalten hatte, dass keine weiteren Hinrichtungen stattfinden würden und dass die Gewalt nachlassen würde. Laut mehreren von Reuters zitierten Quellen drängten Israel und andere regionale Verbündete Washington ebenfalls, eine Intervention zu verschieben, aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, die die Region destabilisieren könnten. Diese Entwicklungen haben dazu beigetragen, zumindest kurzfristig, die geopolitische Risikoprämie, die in den Ölpreisen eingebettet ist, zu reduzieren.

Diese Verbesserung der Stimmung kommt, nachdem die Märkte eine rasche Eskalation befürchtet hatten, die die iranische Ölproduktion stören oder wichtige Schifffahrtsrouten im Golf beeinträchtigen könnte. Der Iran bleibt ein wichtiger Akteur innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), und jede signifikante Unterbrechung seiner Lieferungen hätte unmittelbare Auswirkungen auf das globale Marktgleichgewicht. Allerdings weisen mehrere Analysten darauf hin, dass die geopolitischen Risiken nicht vollständig verschwunden sind, was die Anleger in Alarmbereitschaft hält.

Trotz dieser geopolitischen Unterstützung belasten die Marktgrundlagen weiterhin die mittelfristige Perspektive für US-Rohöl WTI. Viele Analysten vertreten eine vorsichtige oder sogar bärische Haltung aufgrund der Erwartungen an ein reichliches Angebot im Jahr 2026, trotz früherer OPEC-Prognosen, die auf einen ausgewogeneren Markt hindeuten. Jüngste Daten zu den US-Rohöllagerbeständen haben auch Bedenken über ein Überangebot neu entfacht, vor dem Hintergrund einer Nachfrage, die weiterhin als fragil angesehen wird.

Aus struktureller Perspektive veröffentlichte Shell am Donnerstag ihren Bericht über die Energiesicherheitsszenarien 2026, der eine bullische langfristige Perspektive für die globale Energienachfrage skizziert. Laut dem Bericht könnten die primären Energiebedürfnisse bis 2050 erheblich höher sein, was das Ölwachstum auf lange Sicht unterstützen würde, berichtete Reuters. Diese langfristige Sicht steht jedoch im Widerspruch zur kurzfristigen Stimmung, die von Überangebotsdynamiken dominiert wird.

Darüber hinaus berichtete Reuters, dass die Vereinigten Staaten ein weiteres mit Venezuela verbundenes Öltanker im Karibischen Meer beschlagnahmt haben, wodurch die Gesamtzahl der unter US-Sanktionen auf venezolanisches Öl gezielten Schiffe auf sechs gestiegen ist. Der Schritt kam vor einem geplanten Treffen zwischen Donald Trump und der Oppositionsführerin María Corina Machado und hebt die fortgesetzte Durchsetzung von Sanktionen durch Washington hervor, obwohl die unmittelbaren Auswirkungen auf das globale Angebot begrenzt bleiben.

Insgesamt spiegelt die aktuelle Erholung des US-Rohöls WTI hauptsächlich eine vorübergehende Entlastung an der geopolitischen Front wider, während Bedenken über die globalen Angebots- und Nachfragesituationen weiterhin die Aussichten auf eine nachhaltigere Aufwärtsbewegung einschränken.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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