• WTI fällt wieder unter 61 USD, da Sorgen über ein Überangebot aufkommen.
  • Kasachstans Tengiz-Ölfeld nimmt nach Ausfällen die Produktion wieder auf.
  • OPEC+-Treffen im Fokus, während Händler auf Produktionsleitlinien warten.

West Texas Intermediate (WTI) gibt am Montag frühere Gewinne ab, da Händler die Sorgen über ein Überangebot gegen anhaltende geopolitische Spannungen abwägen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird WTI bei etwa 60,70 USD gehandelt, nachdem es von einem Intraday-Hoch von fast 61,60 USD gefallen ist und am Tag um fast 0,65% nachgibt.

Der milde Rückgang folgt Berichten, dass das Tengiz-Ölfeld in Kasachstan sich darauf vorbereitet, die Produktion nach jüngsten Ausfällen, die die Flüsse gestört haben, wieder aufzunehmen. Das kasachische Energieministerium gab am Montag bekannt, dass die Produktion im größten Ölfeld des Landes wieder aufgenommen wurde, so Reuters.

Diese Entwicklung lenkt die Aufmerksamkeit zurück auf das breitere, angebotslastige globale Öl-Umfeld. Geopolitische Risiken bieten jedoch weiterhin eine grundlegende Unterstützung, nachdem Berichte besagen, dass der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und begleitende Kriegsschiffe in der Nähe des Iran angekommen sind, was Besorgnis über einen möglichen US-Schlag schürt, während Teheran mit Vergeltung droht.

Händler beobachten auch die Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Handelsspannungen wieder angeheizt hat und drohte, 100% Zölle auf kanadische Waren zu erheben, falls Ottawa mit einem Handelsabkommen mit China voranschreitet.

Die Rhetorik hat dem Ölmarkt eine weitere Schicht der Unsicherheit hinzugefügt, da Kanada der größte ausländische Lieferant von Rohöl für die Vereinigten Staaten (US) ist.

Die Aufmerksamkeit richtet sich allmählich auf das bevorstehende Treffen der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Verbündeten (OPEC+) am 1. Februar, bei dem von den wichtigsten Produzenten der Gruppe allgemein erwartet wird, dass sie die derzeitige Pause bei Produktionssteigerungen aufrechterhalten, während sie die Nachfragebedingungen und die Angebotsprognose für den Rest des Jahres 2026 bewerten.

Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass WTI kurzfristig in einer Spanne bleibt, während Händler auf Klarheit von OPEC+ warten und die anhaltenden Sorgen über ein Überangebot gegen eine weiterhin hohe geopolitische Risikoprämie abwägen.

WTI Öl - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.

Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.

Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.

Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.

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