Der US-Dollar (USD) hat sich wieder in Richtung seiner Hochs von vor Weihnachten vorgearbeitet. Unterstützung kommt von moderaten Zuflüssen in sichere Häfen nach den dramatischen Entwicklungen in Venezuela. Gleichzeitig verliert die Aufwärtsbewegung jedoch an Schwung: Asiatische Währungen legen zu, die Stimmung an den breiten Märkten bleibt ruhig, und der Blick der Anleger richtet sich auf eine datenreiche Woche mit wichtigen US-Konjunkturveröffentlichungen, berichten die Chef-Devisenstrategen der Scotiabank, Shaun Osborne und Eric Theoret.

Venezuela-Schock hebt Nachfrage nach sicheren Häfen

„Der USD hat sich in der vergangenen Woche mühsam zurück in Richtung der Spitzen bewegt, die kurz vor der Weihnachtszeit erreicht wurden. Die außergewöhnlichen Entwicklungen in Venezuela am Wochenende haben dem Dollar durch Unsicherheit und Nachfrage nach sicheren Häfen zusätzlichen Auftrieb gegeben. Wie stark geopolitische Faktoren den USD tatsächlich stützen können, bleibt abzuwarten; der DXY zeigt bereits Anzeichen eines leichten Abbröckelns oberhalb der Hochs vom 19. Dezember. Zudem steht in dieser Woche eine ganze Reihe erstklassiger US-Konjunkturdaten an, die mit der Rückkehr höherer Handelsvolumina nach den Feiertagen verstärkt die Aufmerksamkeit von Händlern und Investoren auf sich ziehen dürften.“

„Der Fokus liegt heute Morgen vor allem auf geopolitischen Themen, doch schleichende Gewinne asiatischer Währungen könnten die Dollar-Stärke kurzfristig begrenzen und mittelfristig sogar eine größere Bedeutung für die grundsätzliche Richtung des USD haben. Der JPY gehört in der aktuellen Sitzung zu den relativen Gewinnern, was dem ‚Safe-Haven‘-Charakter des Devisenhandels zumindest etwas zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht. Die Zugewinne könnten jedoch auch die allgemeine Stärke asiatischer Währungen widerspiegeln, die durch den Anstieg des CNY über die Marke von 7,00 auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren mitgezogen werden.“

„Die Absichten der USA im Hinblick auf Venezuela sind derzeit undurchsichtig, doch der Ressourcenreichtum des Landes ist bekannt. Die Reaktion der breiteren Märkte fällt bislang eher gleichgültig aus. Aktien notieren überwiegend fester, Anleihen tendieren etwas stärker, wobei britische Staatsanleihen leicht outperformen. Der Ölpreis zeigt sich kaum verändert, während Gold zulegt. Die Auswirkungen der Festnahme Maduros könnten rasch verpuffen, sofern sich die Lage in den kommenden Tagen nicht deutlich verschärft.“

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