- USD/JPY erholt sich, da die Divergenz zwischen Fed und BoJ weiterhin auf den sicheren Yen drückt.
- US-Einzelhandelsumsätze übertreffen die Schätzungen und steigen um 0,6% gegenüber 0,1% Prognose, was die Aussichten auf eine Zinssenkung der Fed im September verringert.
- USD/JPY steigt in Richtung der psychologischen Marke von 149,00 und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung bei 148,50.
Der US-Dollar (USD) gewinnt erneut an Schwung gegenüber dem japanischen Yen (JPY), wobei die Divergenz der Zentralbanken weiterhin als wichtiger Treiber für das Währungspaar USD/JPY dient. Während sich das Paar der psychologischen Widerstandsmarke bei 149,00 nähert, unterstützen die Erwartungen, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze hoch halten wird, den Greenback am Donnerstag.
Zum Zeitpunkt der Erstellung handelt USD/JPY 0,47% höher am Tag und positioniert sich zur Erholung nach einem Rückgang von 0,72% in der vorherigen Sitzung. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen und Äußerungen mehrerer Fed-Vertreter könnten weitere Richtung für die Preisbewegung geben.
Die Einzelhandelsumsätze für Juni übertrafen die Schätzungen und stiegen um 0,6% im Juni, was über den Analystenschätzungen von 0,1% liegt, und erholten sich stark nach einem Rückgang von 0,9% im Mai. Da die Konsumausgaben einen erheblichen Anteil am US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmachen, bieten diese Daten wertvolle Einblicke in die Stärke der Wirtschaft, die die Zinserwartungen beeinflusst.
Darüber hinaus könnten die im Laufe des Tages geplanten Reden von Fed-Mitgliedern mehr Klarheit über die Politik der Zentralbank bieten. Da die Inflationsdaten weiterhin auf erhöhte Preisdruck hinweisen, haben mehrere Entscheidungsträger Bedenken geäußert, dass steigende Zölle die Bemühungen der Fed, die Inflation auf ihr Ziel von 2% zurückzuführen, weiter komplizieren könnten.
Während die Fed ihren Leitzins im Bereich von 4,25%–4,50% beibehält, hält die Bank of Japan (BoJ) die Zinssätze bei 0,5% und verweist auf die potenziellen wirtschaftlichen Belastungen einer zu frühen Straffung der Geldpolitik. Dieser Kontrast in der Geldpolitik und die Renditedifferenzen bleiben ein entscheidender Faktor, der die anhaltende Stärke von USD/JPY unterstützt.
Laut dem CME FedWatch Tool rechnen die Märkte derzeit mit einer 54,3%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Fed im September, mit einer 46,2%igen Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen bis Oktober unverändert bleiben.
Technische Analyse: USD/JPY erholt sich über 148,50
USD/JPY nähert sich einem kritischen technischen Punkt, da die Preise die Widerstandsmarke von 149,00 erreichen.
Das 50%-Fibonacci-Retracement-Niveau des Rückgangs von Januar bis April dient als zusätzlicher Widerstand, dessen Durchbruch die Tür zur Marke von 150,00 öffnen könnte, einem Niveau, das zuvor als Schlachtfeld für Bullen und Bären diente.
Ein entscheidender Durchbruch über dieses Niveau könnte frisches bullisches Momentum auslösen und den Weg zum 61,8%-Fibonacci-Niveau bei 151,62 ebnen, und möglicherweise die Rallye in Richtung 154,82, der 78,6%-Retracement-Zone, die mit breiteren Aufwärtszielen übereinstimmt, ausdehnen.
Mit dem 38,2%-Fibonacci-Niveau, das Unterstützung bei 147,14 bietet, könnte ein weiterer Rückgang USD/JPY dazu bringen, den 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 145,14 und das 23,6%-Retracement-Niveau bei 144,37 zu testen.
Technisch bleibt der Trend konstruktiv, da der 10-Tage-SMA (147,04) über dem 50-Tage-SMA liegt, was die kurzfristige bullische Kontrolle verstärkt. In der Zwischenzeit nähert sich der Relative Strength Index (RSI) bei 64 dem überkauften Bereich, lässt jedoch noch Raum für weitere Gewinne.
Diese Niveaus sind entscheidend, da ein Ausbruch oder eine Ablehnung am Widerstand wahrscheinlich die nächste Phase der Richtung für USD/JPY definieren wird.

USD/JPY Tageschart
US-Leitzinsen - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zinssätze sind der Preis für das Leihen von Geld und werden sowohl von Finanzinstituten an Kreditnehmer als auch an Sparer ausgezahlt. Zentralbanken beeinflussen sie durch ihre Leitzinsentscheidungen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Inflation im Zielbereich von etwa 2 % zu halten.
Höhere Zinssätze stärken in der Regel die Währung eines Landes, da sie es für globale Investoren attraktiver machen, ihr Geld dort anzulegen.
Hohe Zinsen setzen den Goldpreis unter Druck, da Anleger höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen erzielen können. Ein starker US-Dollar, der oft mit steigenden Zinsen einhergeht, senkt zusätzlich den Goldpreis, da Gold in Dollar notiert wird und ein stärkerer Dollar die Kaufkraft anderer Währungen verringert.
Der Fed-Funds-Zins ist der Übernachtzins, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen. Dieser Leitzins wird in den geldpolitischen Sitzungen der Federal Reserve festgelegt und beeinflusst maßgeblich das Verhalten der Finanzmärkte. Die Markterwartungen in Bezug auf künftige Zinssätze werden durch das CME FedWatch Tool erfasst, das eine Orientierungshilfe für Investoren bietet.
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