• Indische Rupie fällt in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch.
  • Ein Rückgang der lokalen Aktien und die anhaltende Nachfrage nach US-Dollar belasten die INR. 
  • Händler bereiten sich auf die Rede von Fed’s Barkin später am Mittwoch vor.

Die Indische Rupie (INR) gibt am Mittwoch nach. Der US-Dollar (USD) wird von ausländischen Banken nachgefragt, wahrscheinlich im Auftrag von Depotkunden, und der schwächere chinesische Yuan belastet die indische Währung. Darüber hinaus untergraben ein Rückgang der lokalen Aktien und ein Anstieg der Rohöl-preise ebenfalls die INR. 

Trotzdem könnte ein mehrphasiger Handelsvertrag zwischen den USA und Indien helfen, die Verluste der lokalen Währung zu begrenzen. Laut Bloomberg diskutiert Indien über ein Handelsabkommen mit den USA, das in drei Tranchen strukturiert ist, und erwartet, vor Juli, wenn die reziproken Zölle von US-Präsident Donald Trump in Kraft treten sollen, eine vorläufige Einigung zu erzielen. 

Händler werden die Rede von Thomas I. Barkin von der Federal Reserve (Fed) später am Mittwoch beobachten. Am Donnerstag wird die vorläufige Lesung des Einkaufsmanagerindex (PMI) Indiens für Mai veröffentlicht. 

Indische Rupie schwächt sich ab, da die saisonale Unternehmensnachfrage nach US-Dollar hoch bleibt

  • "Die indische Rupie eröffnete etwas schwächer und wird sich im Laufe des Tages in einem Bereich von 85,25/75 bewegen, da es keinen neuen Marktindikator gibt, der eine Kursänderung bewirken könnte," sagte Anil Kumar Bhansali, Leiter der Treasury und Geschäftsführer von Finrex Treasury Advisors LLP.
  • Der Präsident der Atlanta Fed, Raphael Bostic, sagte am Dienstag, dass es Zeit brauchen werde, bis die Fed die wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps neuer Zollpolitik vollständig versteht. Aufgrund dieses langwierigen Prozesses sah er nur Spielraum für eine Zinssenkung in diesem Jahr. 
  • Der Präsident der St. Louis Fed, Alberto Musalem, erklärte, dass die derzeitige Politik angemessen bleibt, wenn die Handelskonflikte dauerhaft deeskaliert werden.
  • Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, stellte fest, dass enorme Unsicherheit die wirtschaftliche Aktivität belastet. Hammack sieht steigende Chancen für ein Stagflationsszenario, bei dem schwaches Wachstum mit hoher Inflation einhergeht.

USD/INR behält einen bärischen Ton unter dem 100-Tage-EMA

Die indische Rupie schwächt sich im Tagesverlauf ab. Das Währungspaar USD/INR behält den bärischen Trend im Tageszeitrahmen bei, da der Preis unter dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) bleibt. Eine weitere Konsolidierung oder vorübergehende Erholung kann nicht ausgeschlossen werden, da der 14-Tage-Relative Strength Index (RSI) um die Mittellinie schwebt, was auf eine neutrale Dynamik in naher Zukunft hindeutet.

Die erste Unterstützungsmarke für USD/INR liegt bei 85,34, dem Tief vom 19. Mai. Anhaltender bärischer Druck könnte den Rückgang auf 85,00, die psychologische Marke, gefolgt von 84,61, dem Tief vom 12. Mai, ausweiten. 

Auf der anderen Seite liegt die erste obere Barriere am 100-Tage-EMA bei 85,60. Grüne Kerzen, die über das genannte Niveau hinausbrechen, könnten das Paar potenziell zurück zur nächsten Widerstandsstufe im Bereich von 85,90-86,00 heben, was sowohl die obere Grenze des Trendkanals als auch eine runde Zahl markiert. 

Indische Rupie FAQs

Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.

Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.

Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.

Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.



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