• Die indische Rupie gibt frühere Gewinne ab, während USD/INR leicht über 85,00 zurückkommt.
  • Der US-Dollar stabilisiert sich nach einem starken Rückgang zu Beginn der Woche, der DXY-Index schwebt über 99,00
  • Die letzte Runde der Handelsgespräche zwischen den USA und Indien wird bald in Neu-Delhi erwartet.

Die indische Rupie (INR) gibt am Montag einige der früheren Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, während das USD/INR-Paar leicht über 85,00 während der amerikanischen Handelsstunden zurückgeht. Die leichte Schwäche der indischen Rupie ist auf die nachlassenden globalen Handels Spannungen zurückzuführen, die dem insgesamt schwachen US-Dollar etwas Unterstützung gegeben haben.

Der Dollar-Index (DXY), der den Wert des USD gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, erholt sich, nachdem er zu Beginn des Tages ein Vier-Wochen-Tief erreicht hat. Bei Redaktionsschluss hält der Index sich stabil und handelt über der Marke von 99,00, da sich die Händler neu positionieren, nachdem US-Präsident Donald Trump von seiner Drohung abgerückt ist, ab dem 1. Juni einen Zoll von 50% auf Waren der Europäischen Union (EU) in die USA zu erheben. Nach einem Telefonat mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, stimmte Trump zu, die Zollfrist auf den 9. Juli zu verschieben, im Einklang mit dem zuvor angekündigten 90-tägigen Waffenstillstand. Diese Verschiebung hat einige unmittelbare Bedenken gemildert und dem US-Dollar vorübergehend Unterstützung gegeben.

Im Handelsbereich wird die Vereinigten Staaten in den kommenden Wochen eine hochrangige Handelsdelegation nach Indien entsenden, um ein lang erwartetes vorläufiges Handelsabkommen abzuschließen. Laut Quellen, die von mehreren indischen Medien zitiert werden, könnte diese bevorstehende Runde von Gesprächen der letzte Schub sein, um die Streitpunkte zwischen den beiden Seiten zu lösen. 

Indien strebt eine vollständige Ausnahme von den zusätzlichen 26% Zöllen an, die die USA Anfang dieses Jahres verhängt haben, insbesondere um seine arbeitsintensiven Exportsektoren wie Textilien, Leder und Schmuck zu schützen. Das Land drängt auch darauf, den bestehenden Basiszoll von 10% zu senken.

Im Gegenzug könnte Indien in Erwägung ziehen, amerikanischen Unternehmen einen größeren Marktzugang zu gewähren, sodass sie sich um Regierungsbeschaffungsverträge bewerben können, die auf über 50 Milliarden Dollar geschätzt werden.

Handelsminister Piyush Goyal hat bereits zwei Runden von Gesprächen in Washington mit seinem US-Amtskollegen abgehalten, was signalisiert, dass beide Seiten entschlossen sind, einen Deal abzuschließen. Ein separater Besuch des indischen Chefnégotiators in der letzten Woche hat ebenfalls den Rahmen für diese entscheidende letzte Runde gesetzt.

Indische Rupie FAQs

Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.

Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.

Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.

Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.

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