- Die indische Rupie schwächt sich in der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch.
- Geopolitische Risiken und Trumps Zollbedrohungen belasten die INR, aber anhaltende Schwäche des USD könnte helfen, die Verluste zu begrenzen.
- Die Zinsentscheidung der Fed wird später am Mittwoch im Mittelpunkt stehen.
Die indische Rupie (INR) verliert am Mittwoch an Boden, nachdem sie in der vorherigen Sitzung ein Drei-Wochen-Hoch erreicht hatte. Die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten belasten die indische Währung. Die bevorstehenden reziproken Zölle von US-Präsident Donald Trump, die am 2. April in Kraft treten sollen, könnten ebenfalls kurzfristig Verkaufsdruck auf die INR ausüben.
Allerdings könnte ein insgesamt schwächerer Greenback und ein Anstieg der US-Dollar (USD)-Verkäufe durch Exporteure der lokalen Währung etwas Unterstützung bieten. Darüber hinaus könnten die neuesten Daten zur Leistungsbilanz Indiens, die im Februar einen Überschuss zeigten, zur Aufwärtsbewegung der INR beitragen.
Alle Augen werden auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch gerichtet sein, bei der erwartet wird, dass die Zinssätze stabil bleiben. Anleger werden die Pressekonferenz und die Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEP), auch bekannt als „Dot-Plot“, genau beobachten, da diese Hinweise auf die wirtschaftlichen Aussichten und möglicherweise den zukünftigen Zinspfad geben könnte.
Indische Rupie schwächt sich vor der Fed-Zinsentscheidung
- Die Großhandelsinflation (WPI) in Indien stieg im Februar auf 2,38% von 2,31% im Januar, berichtete das Ministerium für Handel und Industrie am Montag. Diese Zahl war höher als die Schätzung von 2,36%.
- Ein Beamter des Weißen Hauses sagte am späten Dienstag, dass die reziproken Zölle weiterhin ab dem 2. April in Kraft treten sollen.
- Die Industrieproduktion in den USA stieg im Februar um 0,7% im Vergleich zum Vormonat, gegenüber 0,3% zuvor (revidiert von 0,5%), so die Federal Reserve am Dienstag. Dieser Wert übertraf die Markterwartung von 0,2% Wachstum.
- Die Baugenehmigungen in den USA fielen im Februar um 1,2% auf eine saisonbereinigte annualisierte Rate von 1,456 Millionen, was leicht über den Markterwartungen von 1,450 Millionen lag. Es war der größte Rückgang seit fünf Monaten.
- Die Wohnungsbauzahlen in den USA sprangen im Februar um 11,2% auf eine Jahresrate von 1,501 Millionen, nachdem sie im Januar um 11,5% auf eine revidierte Rate von 1,350 Millionen gefallen waren.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der Sitzung im Mai ist laut dem CME FedWatch Tool auf 25% gestiegen, von 18% vor einem Monat.
USD/INR bleibt langfristig konstruktiv
Die indische Rupie schwächt sich an diesem Tag. Langfristig behält das USD/INR-Paar den zinsbullischen Trend im Tageschart bei, da der Preis über dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) liegt. Kurzfristig hat das Paar jedoch ein symmetrisches Dreieck durchbrochen, während der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) unterhalb der Mittellinie bei etwa 42,60 steht, was darauf hindeutet, dass weitere Rückgänge nicht ausgeschlossen werden können.
Der wichtige Widerstand für USD/INR wird in der Nähe der psychologischen Marke von 87,00 gesehen. Ein konsistenter Handel über diesem Niveau könnte den Weg zu 87,38, dem Hoch vom 11. März, und weiter zu 87,53, dem Hoch vom 28. Februar, ebnen.
Auf der anderen Seite liegt die erste Unterstützung bei 86,48, dem Tief vom 18. März. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte den Weg in Richtung 86,14, dem Tief vom 27. Januar, und anschließend 85,60, dem Tief vom 6. Januar, öffnen.
Indische Wirtschaft FAQs
Indiens Wirtschaft verzeichnete zwischen 2006 und 2023 ein durchschnittliches Wachstum von 6,13 %, was zu einem Anstieg ausländischer Investitionen führte. Dies erhöht die Nachfrage nach der indischen Rupie.
Da Indien einen Großteil seines Öls importieren muss, wirkt sich der Ölpreis direkt auf die Rupie aus. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, erhöht ein steigender Ölpreis die Nachfrage nach US-Dollar, was zu einem Abverkauf der Rupie führt und deren Wert mindert.
Inflation spielt eine doppelte Rolle: Sie signalisiert zwar eine erhöhte Geldmenge, die den Wert der Rupie grundsätzlich schwächt. Übersteigt die Inflation jedoch das Ziel von 4 % der Reserve Bank of India (RBI), reagiert die Zentralbank mit Zinserhöhungen, um die Geldmenge durch eine restriktivere Kreditvergabe zu reduzieren. Höhere Zinssätze, insbesondere Realzinsen, stärken die Rupie zusätzlich, da sie Indien für internationale Investoren als Kapitalziel attraktiver machen. Sinkt die Inflation, kann dies ebenfalls unterstützend wirken, während niedrigere Zinssätze tendenziell eine abwertende Wirkung auf die Währung haben.
Indien kämpft historisch gesehen mit einem Handelsbilanzdefizit, bei dem die Importe die Exporte übersteigen. Da ein Großteil des internationalen Handels in US-Dollar abgewickelt wird, steigt in bestimmten Phasen – sei es durch saisonale Nachfragespitzen oder ein hohes Importvolumen – die Nachfrage nach US-Dollar deutlich an. In solchen Zeiten wird die Rupie vermehrt verkauft, um Dollars zu kaufen, was zu einer Abwertung führt. Auch in Phasen erhöhter Marktvolatilität kann die Nachfrage nach US-Dollar sprunghaft ansteigen, was den Kurs der Rupie zusätzlich belastet.
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