Gestern hat die US-Regierung einen weiteren „Deal“ vorgelegt, den dritten nach den Vereinbarungen mit Großbritannien und China, wie Thu Lan Nguyen, Leiterin der Devisen- und Rohstoffforschung bei der Commerzbank, feststellt.
Importzölle dürften mehr schaden als nützen
„Mit der vietnamesischen Regierung wurde ein Importzollsatz von 20 % vereinbart, was eine Senkung des ursprünglich angekündigten gegenseitigen Zollsatzes von 46 % bedeutet. Auf Waren, die über Vietnam umgeschlagen werden, werden Zölle von 40 % erhoben. Damit soll wahrscheinlich verhindert werden, dass China seine Exporte umleitet. Im Gegenzug hebt die vietnamesische Regierung die Einfuhrzölle auf US-Produkte vollständig auf. Auf den ersten Blick sieht das wie ein Sieg für die US-Regierung aus – zumindest wenn man davon ausgeht, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, Importe durch Zölle unattraktiver zu machen.
„Ich habe da meine Zweifel. Vietnam exportiert neben zahlreichen Konsumgütern unter anderem Kaffee in die USA. Es ist schon fraglich, ob und wie schnell die USA beispielsweise die Produktion von Textilien, die aus Vietnam importiert werden, hochfahren können. Bei Kaffee ist Schluss, da die notwendigen klimatischen Bedingungen (abgesehen von Hawaii) einfach nicht gegeben sind.“
„Daher bleibt die Schlussfolgerung dieselbe: Importzölle, auch wenn sie nicht mehr absurd hoch sind, dürften mehr Schaden als Nutzen bringen. Zumal die vietnamesische Wirtschaft kaum groß genug ist und nicht über die nötige Kaufkraft verfügt, um ihre Importe aus den USA deutlich zu steigern. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Dollar von der gestrigen Nachricht über die Einigung nicht profitieren konnte.“
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