- USD/CHF schwächt sich im frühen europäischen Handel am Donnerstag auf etwa 0,7650.
- Unberechenbare US-Handelspolitik, Fragen zur Unabhängigkeit der Fed und geopolitische Risiken belasten den US-Dollar.
- Die Fed ließ den Leitzins bei ihrem Treffen im Januar in der aktuellen Spanne von 3,5% bis 3,75% unverändert.
Das Paar USD/CHF zieht im frühen europäischen Handel am Donnerstag einige Verkäufer um 0,7650 an. Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed), Bedenken über eine weitere US-Regierungsstilllegung und anhaltende geopolitische Spannungen bieten einigen Unterstützung für sichere Häfen wie den Schweizer Franken (CHF) gegenüber dem Greenback. Die Handelsbilanz der Schweiz für Dezember und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA werden später am Tag veröffentlicht.
Eine teilweise US-Regierungsstilllegung ist an diesem Wochenende zunehmend wahrscheinlich, da die Bundesmittel für bestimmte Behörden nach dem 30. Januar auslaufen. Die New York Times berichtete am Mittwoch, dass US-Präsident Donald Trump und der demokratische Senator Chuck Schumer versucht haben, eine mögliche Vereinbarung zu erreichen, um neue Beschränkungen für Bundesimmigrationsbeamte zu verhandeln.
Unterdessen sind US-Flugzeugträger und unterstützende Kriegsschiffe im Nahen Osten angekommen. Trump forderte am Mittwoch den Iran auf, "an den Tisch zu kommen" und einen "fairen und gerechten Deal" auszuhandeln, oder der nächste US-Angriff würde weitaus schlimmer sein. Die erhöhten Spannungen zwischen den USA und dem Iran könnten die Zuflüsse in sichere Häfen ankurbeln.
Wie allgemein erwartet, entschied die Fed am Mittwoch, die Zinssätze unverändert zu lassen, und brach damit eine Reihe von drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen angesichts der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und der Inflation. Fed-Vorsitzender Jerome Powell sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Entscheidungsträger "die aktuelle Haltung der Geldpolitik als angemessen ansehen, um Fortschritte in Richtung sowohl unseres maximalen Beschäftigungsziels als auch des Inflationsziels von 2% zu fördern." Die vorsichtige Haltung der US-Notenbank könnte helfen, die Verluste des USD kurzfristig zu begrenzen.
Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.
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Das sollten Sie am Donnerstag, den 29. Januar, im Blick behalten:
Der US Dollar Index (DXY) erholte sich am Mittwoch über 96,60, nachdem der US-Finanzminister Scott Bessent erklärt hatte, dass die USA eine starke Dollar-Politik verfolgen, was darauf hindeutet, dass die richtigen Fundamentaldaten vorhanden sind. Bessent wies auch die Behauptung zurück, dass die USA an den Devisenmärkten intervenieren, um den japanischen Yen zu stützen.