- USD/CHF steigt, da der Dollar moderate Unterstützung findet.
- SNB-Präsident Schlegel sagt, negative Inflation im Jahr 2026 würde die Zentralbank nicht beunruhigen.
- Das allgemeine Sentiment bleibt angesichts von Handelskonflikten und politischen Risiken in den USA fragil.
Der Schweizer Franken (CHF) handelt am Mittwoch schwächer gegenüber dem US-Dollar (USD), da der Greenback nach anhaltendem Druck zu Beginn der Woche etwas Fuß fassen kann. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird USD/CHF bei etwa 0,7940 gehandelt und beendet eine dreitägige Verlustserie.
Abgesehen von dem moderaten Anstieg des US-Dollars scheint die Bewegung größtenteils technischer Natur zu sein, was auf Short-Covering und milde Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Rückgang des Paares hinweist.
Das allgemeine Markt-Sentiment bleibt jedoch fragil angesichts anhaltender Handelskonflikte zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, nachdem Präsident Donald Trump kürzlich Zölle als Teil seines Vorstoßes angedroht hat, die Kontrolle über Grönland zu gewinnen.
Einige dieser Spannungen haben sich verringert, nachdem Trump während seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte, dass er keine Gewalt anwenden würde, um Grönland zu erwerben, was zu einer moderaten Verbesserung der Risikobereitschaft und einer Verringerung der sicheren Hafenströme in den Franken führte.
Dennoch könnte das Aufwärtspotenzial bei USD/CHF begrenzt bleiben, da Trumps protektionistische Handelsagenda und die Einmischung in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) weiterhin die Narrative „Sell America“ anheizen und das Vertrauen in US-Vermögenswerte belasten.
Trump kritisierte erneut Fed-Chef Jerome Powell und sagte, er sei „sehr spät“ bei den Zinssätzen und beschuldigte ihn, die Zinsen zu erhöhen und „uns am Erfolg zu hindern.“ Trump sagte auch, er erwarte, in naher Zukunft einen neuen Fed-Vorsitzenden bekannt zu geben.
Alle Augen richten sich nun auf Washington, wo der Oberste Gerichtshof der USA um 15:00 GMT in einem Fall, der mit Trumps Bemühungen verbunden ist, die Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, Anhörungen durchführen wird.
In der Zwischenzeit sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, dass die Schweizer Inflation in einigen Monaten im Jahr 2026 negativ werden könnte, betonte jedoch, dass dies kein Problem für die Zentralbank darstellen würde, die weiterhin auf mittelfristige Preisstabilität fokussiert ist.
In der Zukunft warten die Händler auf die verzögerten Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) und die annualisierten BIP-Zahlen für das dritte Quartal, die am Donnerstag veröffentlicht werden.
Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.
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