• USD/CHF fällt, da geopolitische Risiken die Nachfrage nach dem Schweizer Franken anheizen.
  • Trumps Zollbedrohung schürt Ängste vor einem Handelskrieg und belastet den US-Dollar.
  • Händler beobachten die US-PCE-Inflation, BIP-Daten sowie die Produzenten- und Importpreise der Schweiz.

Der Schweizer Franken (CHF) zieht am Montag frische Käufer gegen den US-Dollar (USD) an, da die eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und der Europäischen Union (EU) über die Kontrolle von Grönland die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Franken unterstützen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt USD/CHF bei etwa 0,7975, was einem Rückgang von fast 0,70 % im Tagesverlauf entspricht.

Am Wochenende postete US-Präsident Donald Trump auf Truth Social, dass ab dem 1. Februar ein Zoll von 10 % auf acht europäische Nationen, darunter Dänemark, Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Schweden, Norwegen, die Niederlande und Finnland, erhoben werde, und fügte hinzu, dass dieser im Juni auf 25 % steigen würde, es sei denn, es werde "ein Deal für den vollständigen und totalen Kauf von Grönland" erreicht.

Die Ankündigung hat Ängste vor einem umfassenderen Handelskonflikt neu entfacht und scharfe Kritik von europäischen Führern hervorgerufen, die vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen gewarnt haben. Trump hat wiederholt argumentiert, dass Grönland strategisch wichtig für die USA und deren nationale Sicherheit sei, und behauptet, dass China und Russland Einfluss auf das Gebiet gewinnen wollen, und gesagt, dass Dänemark "nichts" dagegen tun könne.

Vor diesem Hintergrund hat das Vertrauen der Anleger in den Greenback als sicheren Hafen gelitten, da Trumps wiederholte Verwendung von Zöllen als politisches Instrument weiterhin Unsicherheit über die US-Wirtschaft schürt.

Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks im Vergleich zu einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, handelt bei etwa 99,11, was einem Rückgang von über 0,20 % entspricht.

In dieser Woche sind die US-Märkte am Montag wegen des Martin Luther King Jr. Day geschlossen. Der Fokus verschiebt sich dann auf die verschobenen Berichte zur Inflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag und die annualisierte Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das dritte Quartal. Am Freitag richtet sich die Aufmerksamkeit auf die vorläufigen S&P Global PMI-Umfragen und die Verbraucherstimmungsdaten der Universität von Michigan.

In der Schweiz warten die Händler am Dienstag auf die Produzenten- und Importpreise, um frische Einblicke in den inländischen Inflationsdruck zu erhalten.

Die Märkte werden auch auf das Weltwirtschaftsforum in Davos blicken, wo der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Martin Schlegel, am Dienstag sprechen wird. US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich das Forum ansprechen, wobei Handels- und geopolitische Risiken im Fokus bleiben. Alle neuen Schlagzeilen zu Zöllen, Grönland oder den US-EU-Beziehungen dürften die Zuflüsse in den CHF als sicheren Hafen unterstützen.

Schweizer Franken - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.

Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.

Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.

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