• USD/CHF setzt seine Erholung fort, unterstützt durch eine stärkere Dollar-Nachfrage vor den verzögerten September-NFP.
  • Händler reduzieren die Erwartungen an eine Zinssenkung der Fed im Dezember nach den hawkischen FOMC-Protokollen und Verzögerungen bei den BLS-Daten.
  • Der Schweizer Franken kämpft trotz unterstützender Handelsdaten für Oktober, während der Fokus auf den Äußerungen von SNB-Präsident Schlegel liegt, die am Freitag fällig sind.

USD/CHF steigt am Donnerstag zum fünften Mal in Folge, wobei das Paar starken Rückhalt von der breiten Stärke des US-Dollars (USD) erhält, während sich die Märkte vorsichtig auf den verspäteten Bericht über die Nonfarm Payrolls (NFP) für September vorbereiten, der um 13:30 Uhr GMT fällig ist.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird USD/CHF um die 0,8073 gehandelt, dem höchsten Stand seit fast zwei Wochen, während der Schweizer Franken (CHF) defensiv bleibt.

Das Aufwärtsmomentum des Greenbacks wird durch eine Neubewertung des geldpolitischen Ausblicks der Federal Reserve (Fed) für die nahe Zukunft angetrieben. Die Märkte sind nun weniger zuversichtlich hinsichtlich einer Zinssenkung im Dezember, wobei das CME FedWatch Tool nur eine Wahrscheinlichkeit von 31,8% anzeigt, gegenüber etwa 50% vor einer Woche.

Ein entscheidender Faktor hinter der jüngsten Neubewertung war die Verschiebung des Berichts zur Beschäftigungssituation für Oktober, nachdem das US-Arbeitsministerium (BLS) am Mittwoch bestätigt hatte, dass die Regierungsstilllegung die Beamten daran gehindert hat, wichtige Daten zu sammeln. Die fehlenden Oktober-Zahlen werden nun zusammen mit dem November-Arbeitsbericht am 16. Dezember veröffentlicht, was die Menge an Arbeitsmarktdaten, die der Fed vor ihrer Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 9. und 10. Dezember zur Verfügung steht, einschränkt.

Die Protokolle der FOMC-Sitzung im Oktober unterstützten zudem den Ton des Dollars, da sie eine hawkische Tendenz unter den Teilnehmern zeigten. Die politischen Entscheidungsträger stellten fest, dass die Inflation zu Beginn des Jahres gestiegen war und über dem Ziel von 2% blieb, während der Fortschritt in Richtung Disinflation ins Stocken geraten war. Viele Teilnehmer argumentierten, dass weitere Zinssenkungen im Dezember möglicherweise nicht angemessen seien.

Die bevorstehenden verzögerten US-Daten könnten jedoch entscheidend sein und dazu beitragen, die Markterwartungen neu zu gestalten. Ökonomen prognostizieren, dass die NFP für September um etwa 50.000 steigen werden, was eine Verbesserung gegenüber dem bescheidenen Anstieg von 22.000 im August darstellt.

In der Schweiz waren die neuesten Handelszahlen insgesamt unterstützend, wobei die Daten für Oktober einen soliden Anstieg sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen zeigten. Die positiven Zahlen hatten jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf den Schweizer Franken, da die breiteren Devisenströme weiterhin von der Stärke des US-Dollars dominiert werden.

Die Händler richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die Kommentare von SNB-Präsident Martin Schlegel, der für Freitag angesetzt ist und möglicherweise neue Hinweise auf den politischen Ausblick geben könnte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird im Dezember ihre nächste Zinssatzentscheidung bekannt geben, wobei Analysten allgemein erwarten, dass die Zentralbank die Zinsen unverändert bei 0% belassen wird.

SNB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.

Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.

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