- Der kanadische Dollar stärkt sich, während der US-Dollar aufgrund schwacher Arbeitsmarktdaten schwächer wird.
- Die ADP-Daten zeigen einen durchschnittlichen wöchentlichen Verlust von 11.250 Arbeitsplätzen im US-Privatsektor, was die Wetten auf Zinssenkungen der Fed anheizt.
- Der US-Dollar-Index handelt nahe einem Zwei-Wochen-Tief, da die Märkte eine 70%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Dezember einpreisen.
Der kanadische Dollar (CAD) stärkt sich am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD), während USD/CAD frühere Gewinne umkehrt, da der Greenback nach schwachen Arbeitsmarktdaten schwächer wird. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels handelt das Paar um 1,4008 und schwebt nahe den Zwei-Wochen-Tiefs.
Die Daten von ADP zeigten, dass die Vereinigten Staaten in den vier Wochen bis zum 25. Oktober durchschnittlich 11.250 Arbeitsplätze im Privatsektor verloren haben, verglichen mit zuvor 14.250. Die schwachen Zahlen verstärkten die Bedenken hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes und schürten die Erwartungen an eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve (Fed).
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert nahe 99,30 und verzeichnet damit den fünften täglichen Rückgang in Folge. Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 70% für eine Zinssenkung im Dezember ein, gegenüber 62% einen Tag zuvor.
Die neuesten Zahlen stehen jedoch im Gegensatz zu den Daten der letzten Woche. Der ADP-Beschäftigungsbericht zeigte, dass die US-Privatbeschäftigung im Oktober um 42.000 gestiegen ist, was die Markterwartungen von 25.000 übertraf und den Rückgang von 29.000 im September umkehrte. Im gleichen Zeitraum gab der Challenger Job Cuts-Bericht bekannt, dass US-Arbeitgeber im Oktober 153.074 Stellenstreichungen angekündigt haben, die höchste monatliche Gesamtzahl seit 2003.
Diese Divergenz zwischen den Beschäftigungsdaten des Privatsektors und den Stellenstreichungen hebt die ungleiche Natur der jüngsten US-Arbeitsmarktindikatoren hervor und hält die Anleger vorsichtig, während sie auf offizielle Arbeitsmarktdaten warten.
Gleichzeitig hat die Optimismus über eine Lösung für die rekordlange US-Regierungsstilllegung, nachdem der Senat am Montag mit 60 zu 40 für einen vorübergehenden Haushaltsentwurf gestimmt hat, dem Greenback wenig Unterstützung geboten. Der Deal, der die Regierung bis zum 30. Januar finanziert, verringert kurzfristige Unsicherheiten, vertieft jedoch die fiskalischen Bedenken, da die Schuldenstände weiter steigen.
Da die verzögerten US-Wirtschaftsdatenveröffentlichungen voraussichtlich bald wieder aufgenommen werden, befürchten die Anleger, dass weitere Anzeichen von Schwäche die Argumentation für zusätzliche Lockerungen der Fed verstärken könnten.
Auf der kanadischen Seite helfen feste Ölpreise und robuste inländische Daten, den Loonie zu stützen. West Texas Intermediate (WTI)-Rohöl, Kanadas größter Export, ist um mehr als 1% gestiegen und wird bei etwa 60,74 USD gehandelt, was der rohstoffgebundenen Währung Unterstützung bietet. Darüber hinaus verstärken die stärkeren als erwarteten Arbeitsmarktdaten der letzten Woche die Erwartungen, dass die Bank of Canada (BoC) die Geldpolitik nach ihrer jüngsten Zinssenkung stabil halten wird.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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