• USD/CAD gewinnt an Boden und nähert sich 1,4035 in der frühen europäischen Sitzung am Dienstag.
  • Der US-Senat hat ein Finanzierungsgesetz verabschiedet, das die Schließung innerhalb weniger Tage beenden könnte und den US-Dollar unterstützt. 
  • Der Arbeitsmarkt in Kanada verzeichnete im Oktober eine überraschende Expansion, was die Zinserhöhung der BoC verstärkt. 

Das Währungspaar USD/CAD gewinnt während der frühen europäischen Sitzung am Dienstag an Stärke und nähert sich 1,4035. Hoffnungen auf ein Ende der längsten Regierungsstilllegung in der Geschichte bieten dem US-Dollar (USD) gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) Unterstützung. Händler warten auf den wöchentlichen Bericht über die ADP-Beschäftigungsänderungen der USA, der später am Dienstag fällig ist.

Der US-Senat hat eine geänderte Finanzierungslegislation verabschiedet, die die Regierung des Landes einen Schritt näher an das Ende ihrer bundesstaatlichen Stilllegung bringt. Das Gesetz wird zur endgültigen Genehmigung an das Repräsentantenhaus weitergeleitet. Wenn es in beiden Kammern des Kongresses verabschiedet wird, wird es zur Unterschrift an US-Präsident Donald Trump weitergeleitet. Trump äußerte am späten Montag seine Unterstützung für eine parteiübergreifende Vereinbarung zur Beendigung der US-Stilllegung. 

Andererseits könnten die positiven kanadischen Beschäftigungsdaten den Abwärtstrend des Loonie begrenzen. Statistics Canada berichtete am Freitag, dass die Arbeitslosenquote im Oktober auf 6,9% gesunken ist, gegenüber 7,1% im Vormonat, was besser ist als die erwarteten 7,1%. Darüber hinaus hat die kanadische Wirtschaft im Oktober 66.600 Arbeitsplätze geschaffen, was den zweiten aufeinanderfolgenden Monat mit überraschenden Beschäftigungsgewinnen markiert.

"Dieser Bericht wird die Bank of Canada dazu bringen, sich wohler zu fühlen, an der Seitenlinie zu bleiben und die 275 Basispunkte an Zinssenkungen in diesem Zyklus ihre Wirkung im Wirtschaftsgeschehen entfalten zu lassen," sagte Leslie Preston, Geschäftsführerin und Chefökonomin der Toronto-Dominion Bank, in einem Bericht an die Anleger.

Die Umfrage der Bank of Canada (BoC) unter Marktteilnehmern zeigte, dass viele erwarten, dass der Zinssatz bis mindestens Mitte 2027 bei 2,25% bleibt. Allerdings sind andere Ökonomen gespalten, wobei einige eine weitere Senkung Anfang 2026 erwarten, abhängig davon, wie sich die Handelsfragen entwickeln. 

Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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