- USD/CAD driftet am dritten Tag in Folge aufgrund einer Kombination negativer Faktoren nach unten.
- Steigende Rohölpreise und reduzierte Wetten auf eine Zinssenkung der BoC im Juni stützen den Loonie.
- Wetten auf Zinssenkungen der Fed und fiskalische Bedenken in den USA belasten den USD und tragen zum Rückgang bei.
Das USD/CAD-Paar weitet das Durchbruchsmomentum des Vortages unterhalb einer einwöchigen Handelsspanne aus und zieht am Mittwoch zum dritten Mal in Folge Verkäufer an. Dies markiert auch den vierten Tag eines negativen Trends in den letzten vier Tagen und zieht die Spotpreise unter die Marke von 1,3900, was einem fast zweiwöchigen Tief während der asiatischen Sitzung entspricht.
Die Rohölpreise schossen aufgrund von Berichten, dass Israel einen Angriff auf iranische Nuklearanlagen vorbereitet, auf ein fast einmonatiges Hoch, was Bedenken hinsichtlich einer Unterbrechung des Angebots aus der Region Nahost aufwirft. Darüber hinaus unterstützen Anzeichen für ins Stocken geratene US-Iran-Nukleargespräche das schwarze Gold, was wiederum als Unterstützung für den rohstoffgebundenen Loonie angesehen wird. Zudem dämpften die höher als erwarteten kanadischen Kerninflationszahlen, die am Dienstag veröffentlicht wurden, die Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Bank of Canada (BoC) im Juni und gaben dem Kanadischen Dollar (CAD) zusätzlichen Auftrieb.
Dies, zusammen mit der vorherrschenden Verkaufsneigung des US-Dollars (USD), übt zusätzlichen Abwärtsdruck auf das USD/CAD-Paar aus. Tatsächlich fällt der USD-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, auf ein Zweiwochentief aufgrund von Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Gesundheit der USA und Wetten, dass die Federal Reserve (Fed) die Kreditkosten im Jahr 2025 weiter senken wird. Darüber hinaus äußerten Fed-Beamte am Dienstag Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten der USA angesichts der Unsicherheit über die Politik der Trump-Administration. Abgesehen davon belasten erneute Handelskonflikte zwischen den USA und China den Dollar.
Der Rückgang des USD/CAD-Paares könnte zudem auf technisches Verkaufen zurückzuführen sein, nachdem ein Durchbruch unter die untere Grenze einer kurzfristigen Handelsspanne erfolgte. Dies, zusammen mit dem zuvor genannten fundamentalen Hintergrund, deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das USD/CAD-Paar nach unten bleibt und die Aussichten auf tiefere Verluste unterstützt. In Ermangelung relevanter Wirtschaftsdaten am Mittwoch werden die Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder die USD-Nachfrage antreiben. Abgesehen davon sollten die Dynamik der Ölpreise einen gewissen Antrieb für die Spotpreise bieten.
Kanadischer Dollar FAQs
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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