- USD/CAD gewinnt an Boden, während der rohstoffgebundene Kanadische Dollar aufgrund schwächerer Ölpreise unter Druck gerät.
- Der WTI-Preis gibt nach, da die API-Woche Rohölbestände letzte Woche um 4,4 Millionen Barrel gestiegen sind.
- Das CME FedWatch-Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 49% für eine Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte im Dezember an.
USD/CAD erholt sich, nachdem im vorherigen Handel ein Verlust von 0,5% verzeichnet wurde, und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch bei etwa 1,4000. Das Paar wertet auf, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) aufgrund niedrigerer Rohölpreise unter Druck gerät. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl stoppt seine vier Tage währende Gewinnserie und rutscht zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts auf etwa 60,40 USD pro Barrel.
Die Rohölpreise schwächten sich nach einem weiteren Anstieg der Bestände in den Vereinigten Staaten (US) ab. Der neueste Bericht des American Petroleum Institute (API) zeigte, dass die US-Rohöllagerbestände letzte Woche um 4,4 Millionen Barrel gestiegen sind, was den dritten wöchentlichen Anstieg in Folge und den größten Anstieg seit über fünf Monaten darstellt. Die Daten, zusammen mit der Prognose der IEA für einen Rekordüberschuss im kommenden Jahr, verstärkten die Sorgen, dass das globale Angebot die Nachfrage übersteigen könnte.
Der Kanadische Dollar (CAD) könnte jedoch Unterstützung von der vorsichtigen Stimmung in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick der Bank of Canada (BoC) erhalten. Die von der BoC überwachten Kernmaße blieben im Oktober nahe der 3%-Marke. Darüber hinaus bleiben die Arbeitsmarktdaten robust, die Arbeitslosigkeit liegt bei 6,9% und das Lohnwachstum bei etwa 4%, was darauf hindeutet, dass der Preisdruck hoch bleibt und die vorsichtige Haltung der Zentralbank untermauert. Die Märkte erwarten allgemein, dass die BoC die Zinssätze bis Ende 2026 unverändert lässt.
Das USD/CAD-Paar erhält auch Unterstützung, da der US-Dollar (USD) im Zuge sinkender Wetten auf eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Dezember an Wert gewinnt. Das CME FedWatch-Tool deutet darauf hin, dass die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 49% einpreisen, dass die Fed ihren Leitzins um 25 Basispunkte (bps) auf ihrer Sitzung im Dezember senken wird, was einem Rückgang von 67% entspricht, die die Märkte noch vor einer Woche eingepreist hatten.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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