- USD/CAD fällt auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr, während der Kanadische Dollar weiter an Wert gewinnt.
- Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben die Rohölpreise in die Höhe und verstärken die Nachfrage nach dem rohstoffgebundenen Loonie.
- Die Divergenz der Geldpolitik zwischen BoC und Fed hält den Abwärtsdruck auf das Paar aufrecht.
Der Kanadische Dollar (CAD) setzt am Donnerstag seine Gewinne gegenüber dem US-Dollar (USD) fort, während USD/CAD auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024 fällt, da der Loonie Unterstützung von steigenden Ölpreisen und einem stabilen geldpolitischen Ausblick der Bank of Canada (BoC) erhält. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei etwa 1,3500 und liegt damit fast 0,40% im Minus.
Steigende Rohölpreise unterstützen in der Regel den Kanadischen Dollar, da Kanada einer der größten Ölexporteure der Welt ist. Die Ölpreise sind stark gestiegen, nachdem Washington neue Warnungen vor möglichen militärischen Aktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms ausgesprochen hat, was die Bedenken über Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten neu entfacht hat. West Texas Intermediate (WTI) wird bei etwa 65,90 USD pro Barrel gehandelt, dem höchsten Stand seit dem 26. September, und liegt damit mehr als 4% im Plus.
Das Paar bleibt unter Druck, obwohl der Greenback insgesamt stabil bleibt. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 98,17 und liegt damit etwa 0,17% im Minus, nachdem er am Vortag von einem Rückgang auf Vierjahrestiefs eine moderate Erholung verzeichnete.
Auf der Datenseite boten die US-Wirtschaftsdaten, die früher am Tag veröffentlicht wurden, ein gemischtes Bild. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken auf 209K von 210K in der Vorwoche, lagen jedoch über den Markterwartungen von 205K.
Die Nonfarm-Produktivität stieg im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 4,9%, was sowohl den Markterwartungen als auch dem vorherigen Wert entspricht. Die Arbeitskosten pro Einheit fielen im dritten Quartal um 1,9%, was den Prognosen entspricht und unverändert von der vorherigen Schätzung ist.
In der Zwischenzeit verarbeiten die Händler weiterhin die neuesten geldpolitischen Entscheidungen sowohl der BoC als auch der Federal Reserve (Fed), die am Mittwoch getroffen wurden. Die BoC beließ ihren Leitzins wie erwartet bei 2,25% und betonte, dass sie sich darauf konzentriert, die Inflation nahe dem Ziel von 2% zu halten, und fügte hinzu, dass der aktuelle Leitzins „angemessen bleibt“.
Südlich der Grenze hielt die Fed ebenfalls die Zinssätze unverändert und entschied sich für einen vorsichtigen, datengestützten Ansatz. Die Beamten räumten ein, dass die wirtschaftliche Aktivität weiterhin in solidem Tempo wächst, stellten jedoch fest, dass die Inflation „etwas erhöht“ bleibt und die Unsicherheit über die Aussichten nach wie vor hoch ist.
In die Zukunft blickend, werden die relativen geldpolitischen Erwartungen voraussichtlich den Abwärtsdruck auf USD/CAD aufrechterhalten, wobei Zinsswaps eine Wahrscheinlichkeit von etwa 44% für eine Erhöhung des BoC-Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,50% in den nächsten zwölf Monaten einpreisen. Im Gegensatz dazu erwarten die Märkte, dass die Fed später in diesem Jahr zwei Zinssenkungen vornimmt.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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