• USD/CAD bleibt defensiv angesichts der divergierenden geldpolitischen Aussichten von BoC und Fed.
  • Die nächtliche Erholung der Ölpreise stützt den Loonie und belastet das Paar.
  • Ein positiver Risikoton dämpft die sichere Nachfrage nach USD und begünstigt bärische Händler.

Das Währungspaar USD/CAD tritt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag in eine bärische Konsolidierungsphase ein und oszilliert in einem engen Band, knapp unterhalb der Marke von 1,3800, oder seinem niedrigsten Niveau seit dem 22. Oktober. Der fundamentale Hintergrund scheint unterdessen fest zugunsten bärischer Händler geneigt zu sein und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Kassakurse nach unten führt.

Der Kanadische Dollar (CAD) setzt seine relative Überperformance gegenüber einem insgesamt schwächeren US-Dollar (USD) im Gefolge der hawkischen Neigung der Bank of Canada (BoC) fort, die signalisiert, dass der Zinssenkungszyklus beendet ist. Dies stellt eine signifikante Divergenz im Vergleich zu steigenden Wetten auf weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed) dar und validiert den kurzfristigen negativen Ausblick für das USD/CAD-Paar.

In einem weithin erwarteten Schritt hielt die BoC ihren Leitzins am Mittwoch bei 2,25 % auf der Grundlage ermutigender Daten aus dem dritten Quartal, die zeigten, dass die kanadische Wirtschaft einige durch den Handelskrieg verursachte Turbulenzen überstanden hat. Darüber hinaus sagte BoC-Gouverneur Tiff Macklem während der Pressekonferenz nach der Sitzung, dass der aktuelle Zinssatz etwa auf dem richtigen Niveau sei, um der Wirtschaft durch einen strukturellen Übergang einen Schub zu geben.

Dies kommt zusätzlich zu zunehmenden Gerüchten, dass in den kommenden Monaten eine Zinserhöhung wahrscheinlich sei, und hilft, die Drohung von US-Präsident Donald Trump auszugleichen, dass er neue Zölle auf landwirtschaftliche Produkte, einschließlich kanadischem Dünger und indischem Reis, erheben könnte. Abgesehen davon stützt die nächtliche Erholung der Rohölpreise den rohstoffgebundenen Loonie und wirkt als Gegenwind für das USD/CAD-Paar.

Unterdessen senkte die US-Notenbank die Kreditkosten um 25 Basispunkte und prognostizierte eine weitere Zinssenkung im Jahr 2026. Händler blieben jedoch optimistisch hinsichtlich zweier weiterer Zinssenkungen in der Folge der Äußerungen von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell, der sagte, dass der US-Arbeitsmarkt erhebliche Abwärtsrisiken aufweise. Powell fügte hinzu, dass die Fed nicht möchte, dass ihre Politik die Schaffung von Arbeitsplätzen beeinträchtigt.

Dies, zusammen mit einem allgemein positiven Ton an den Aktienmärkten, dämpft die sichere Nachfrage nach dem Greenback und unterstützt die Argumentation für eine weitere kurzfristige Abwertung des USD/CAD-Paares. Händler warten nun auf die Veröffentlichung der Handelsbilanzdaten aus den USA und Kanada, die zusammen mit den Dynamiken von USD und Ölpreisen später während der nordamerikanischen Sitzung für neuen Schwung sorgen sollten.

Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.

Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.

Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.

Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.

Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.

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