- USD/CAD bewegt sich wenig, da der US-Dollar nachgibt und die Märkte die Spannungen zwischen den USA und Venezuela herunterspielen.
- Der US ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Dezember zum dritten Mal auf 47,9, den niedrigsten Stand seit Oktober 2024.
- Der rohstoffgebundene CAD könnte unter Druck geraten, da der erneute Zugang der USA zu venezolanischem Rohöl die Nachfrage nach kanadischem Öl belastet.
Der USD/CAD hält sich nach milden Gewinnen in den vorhergehenden zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen und handelt während der asiatischen Stunden am Dienstag bei etwa 1,3760. Das Paar zeigt eine begrenzte Bewegung, da der US-Dollar (USD) nachgibt, während die Bedenken über eine breitere geopolitische Eskalation nachlassen. Die Märkte blenden weitgehend die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Venezuela aus.
Die USA starteten am Samstag einen großangelegten Militärschlag gegen Venezuela. US-Präsident Donald Trump erklärte, der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und seine Frau seien gefangen genommen und aus dem Land geflogen worden. Am Montag plädierte Maduro in einem Drogen-Terrorismus-Fall auf nicht schuldig, was den Weg für einen beispiellosen Rechtsstreit mit erheblichen geopolitischen Auswirkungen ebnete, so Bloomberg.
Der US ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Dezember 2025 zum dritten Mal in Folge auf 47,9, den niedrigsten Stand seit Oktober 2024, von 48,2 im November und unter den Erwartungen von 48,3. Die Daten deuten auf eine schnellere Kontraktion der US-Produktionstätigkeit hin, die durch Rückgänge bei der Produktion und den Beständen getrieben wird. In der Zwischenzeit stieg der Beschäftigungsindex von 44,0 im November auf 44,9, während der Index der gezahlten Preise, der Inflationsindikator, bei 58,5 unverändert blieb.
Händler warten in dieser Woche auf eine Reihe wichtiger US-Wirtschaftsdaten, einschließlich des Berichts über die Nonfarm Payrolls (NFP), um Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung zu erhalten. Die Konsensprognose sieht einen Anstieg der NFP um 55.000 Stellen vor.
Der rohstoffgebundene kanadische Dollar (CAD) könnte unter Druck geraten, da die Erwartungen an einen erneuten Zugang der USA und der Unternehmen zu den riesigen Rohölreserven Venezuelas die Aussichten für die kanadische Ölnachfrage von ihrem größten Käufer belasten.
Darüber hinaus haben Spekulationen über die zukünftige venezolanische Produktion und eine gedämpfte anfängliche Preisreaktion die Bedenken verstärkt, dass ein nachhaltiger Rückgang der Ölpreise eine wichtige Säule der externen Einnahmen und der Währungsunterstützung Kanadas untergraben könnte. In der Zwischenzeit sieht der globale Ölmarkt bis 2026 weicher aus, da ein reichliches Angebot und gedämpfte Nachfrageerwartungen den Abwärtsschutz für den CAD verringern.
Kanadischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.
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