Die mit Spannung erwarteten US-Inflationszahlen haben gestern zu einer deutlichen Abschwächung des US-Dollars geführt. Anstatt in Richtung 1,16 zu tendieren, ist der EUR/USD heute Morgen wieder auf Kurs in Richtung 1,17, wie Michael Pfister, Devisenanalyst bei der Commerzbank, feststellt.
Der Großteil des Preisschocks dürfte die US-Verbraucher treffen
„Die Marktteilnehmer waren jedoch zunächst unsicher, wie sie die Zahlen einordnen sollten. Das ist verständlich, da die Zahlen gemischte Signale aussendeten. Die Gesamtinflationsrate lag im Jahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen, die Kerninflationsrate um 0,1 Prozentpunkte darüber, während die beiden Monatsraten den Erwartungen entsprachen.“
„Warum also die dovish Reaktion? Immerhin waren für die nächsten acht Sitzungen der Fed zwischen drei und neun Basispunkte zusätzliche Zinssenkungen eingepreist. Die Marktteilnehmer konzentrierten sich offenbar darauf, dass nicht die Kernkomponente Güter ausschlaggebend war, sondern dass die Aufwärtsüberraschung der Kerninflation eher von den Dienstleistungen getragen wurde. Dies dürfte die Sorgen des Marktes über die Auswirkungen der Zölle gemildert haben, da diese sich wohl vor allem in dieser Komponente niederschlagen werden.“
„Verzögert heißt jedoch nicht gestrichen. Derzeit scheinen die Unternehmen die Zölle noch weitgehend zu absorbieren. Die kürzlich angekündigten höheren Zölle sind erst seit letzter Woche in Kraft, obwohl Donald Trumps jüngste Äußerungen darauf hindeuten, dass weiterer Zoll-Druck wahrscheinlich ist. Dass es länger dauert als erwartet, bedeutet nicht, dass Entwarnung gegeben werden kann. Der Großteil des Preisschocks dürfte die US-Verbraucher treffen, auch wenn Trump dies vehement bestreitet. Spätestens dann wird die Kombination aus politischem Druck auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve und erhöhten Inflationsrisiken noch stärker auf den US-Dollar drücken.“
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