• Der US-Dollar-Index gewinnt im frühen europäischen Handel am Donnerstag an Boden und notiert bei etwa 99,15. 
  • Die Einzelhandelsumsätze in den USA stiegen im November stärker als erwartet.
  • Händler sind besorgt über die Unabhängigkeit der Fed unter der Trump-Administration.

Der US-Dollar-Index (DXY), ein Index, der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber einem Korb von sechs Weltwährungen misst, notiert im frühen europäischen Handel am Donnerstag positiv bei etwa 99,15. Der wöchentliche Bericht über die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA wird später am Donnerstag veröffentlicht. Auch die Entscheidungsträger der Federal Reserve werden sprechen, darunter Raphael Bostic, Michael Barr, Thomas Barkin und Jeff Schmid. 

Daten, die am Mittwoch vom US Census Bureau veröffentlicht wurden, zeigten, dass die Einzelhandelsumsätze in den USA im November um 0,6% gegenüber dem Vormonat gestiegen sind, nachdem im Oktober ein Rückgang von 0,1% verzeichnet wurde. Diese Zahl lag über den Markterwartungen von einem Anstieg um 0,4%.

Unterdessen stieg der US-Erzeugerpreisindex (PPI) im November um 3,0% im Jahresvergleich, verglichen mit 2,8% zuvor, so das Bureau of Labour Statistics (BLS). Dieser Wert übertraf die Schätzungen von 2,7%. Ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln und Energie stiegen die Kern-Erzeugerpreise im Jahresvergleich ebenfalls um 3,0% im November, verglichen mit 2,9% im Oktober, und übertrafen die Prognose von 2,7%. 

Der DXY erhielt Unterstützung durch steigende Erwartungen, dass die Fed die Zinsen in den nächsten Monaten stabil halten wird. Laut dem CME FedWatch-Tool rechnen die Finanzmärkte mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 5,0%, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung im Januar die Zinsen senken wird.

Der Aufwärtstrend des US-Dollars könnte jedoch angesichts der Bedenken über die Unabhängigkeit der Fed begrenzt sein. Fed-Chef Jerome Powell kritisierte die Entscheidung der Trump-Administration, ihn vorzuladen, und sagte, dies sei eine Einschüchterung der US-Notenbank, um eine lockerere Geldpolitik zu erzwingen. 

Trump erklärte am Mittwoch, dass er nicht plane, Powell zu entlassen, trotz der strafrechtlichen Untersuchung des Justizministeriums gegen den Fed-Chef, es sei jedoch "zu früh", um zu sagen, was er letztendlich tun würde.  

US-Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.

Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.

In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.

Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.

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