Der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, sagte am Mittwochmorgen, dass die Zentralbank möglicherweise geldpolitische Maßnahmen ergreifen muss, wenn die US-Zölle die Wirtschaft schädigen, wie Reuters berichtet. 

Wichtige Zitate

Es könnte eine politische Reaktion erforderlich sein, aber wir werden angemessen in Übereinstimmung mit den sich ändernden Entwicklungen entscheiden, als er nach der Reaktion der BoJ gefragt wurde, falls die US-Zollpolitik den Druck auf die japanische Wirtschaft erhöht.
Wir werden die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die japanische Wirtschaft ohne Vorurteile genau prüfen, da sie bereits das Vertrauen von Unternehmen und Haushalten beeinträchtigt.
Seit Februar haben sich die Risiken im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik näher an das 'schlechte' Szenario bewegt, das die BoJ vorhergesehen hat.
Wir erwarten, dass die inländische Lebensmittelinflation moderat bleibt und die realen Löhne ab der Mitte dieses Jahres im positiven Bereich stabilisieren.
Wir sehen sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken für die Preisprognose.

Marktreaktion

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird das USD/JPY-Paar um 0,17% niedriger bei 143,00 gehandelt.

Bank of Japan FAQs

Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.

Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.

In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.

Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.

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