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Silberpreis mit Warnsignal: Verkaufsvolumen zieht beim Einbruch an

Der Silberpreis steht technisch an einem heiklen Punkt. Nach dem kräftigen Abverkauf der vergangenen Tage notieren die Silber-Futures für Dezember 2026 am Freitagmorgen bei 50,985 US-Dollar. Damit ist der Kurs inzwischen in eine Zone gefallen, die über den weiteren Verlauf entscheiden könnte.

Im Mittelpunkt steht der Bereich zwischen 51,85 und 52,00 US-Dollar. Genau hier liegt eine wichtige Unterstützungszone. Hält sie, könnte Silber zumindest zu einer Gegenbewegung ansetzen. Fällt der Silberpreis dagegen nachhaltig darunter, spricht vieles dafür, dass sich der bestehende Abwärtstrend fortsetzt.

Und genau das ist derzeit das Problem: Der Chart liefert bislang kaum Hinweise darauf, dass der Verkaufsdruck wirklich vorbei ist.

Silberpreis: Der Abwärtstrend ist klar intakt

Auf Sicht von drei Monaten ist das Bild eindeutig bearish. Der Silberpreis bewegt sich in einem bestätigten Abwärtskanal und bildet dabei immer wieder tiefere Hochs.

Die obere Begrenzung dieses Kanals verläuft vom Hoch vom 2. Oktober bei rund 62,455 US-Dollar über das Hoch vom 20. Oktober bei etwa 58,760 US-Dollar nach unten.

Damit liegt die nächste wichtige Widerstandszone inzwischen im Bereich zwischen 54,00 und 55,00 US-Dollar.

Das ist entscheidend. Denn solange Silber nicht über diese Zone zurückkehrt, bleibt jeder Erholungsversuch zunächst nur eine Bewegung innerhalb eines bestehenden Abwärtstrends.

Auch die Kerze vom 30. Oktober liefert bislang keinen Befreiungsschlag. Sie ist noch nicht abgeschlossen und zudem zu klein, um daraus bereits ein belastbares Umkehrsignal abzuleiten.

Genau hier sollten Anleger vorsichtig sein. Denn ein Markt kann technisch stark überverkauft sein und trotzdem noch weiter fallen.

Die Indikatoren zeigen extremen Verkaufsdruck

Der RSI liegt aktuell bei 26,38 und damit klar im überverkauften Bereich.

Auch der Williams %R steht mit -98,89 praktisch am unteren Ende seiner Spanne. Der CCI liegt bei -121,46.

Diese Werte zeigen, wie stark der Silberpreis zuletzt unter Druck geraten ist.

Auf den ersten Blick könnte das nach einer guten Ausgangslage für eine Erholung aussehen. Das Problem: Überverkauft bedeutet noch lange nicht, dass der Boden erreicht ist.

Ein erster Hinweis auf nachlassenden Verkaufsdruck wäre ein Anstieg des RSI über die Marke von 30.

Bislang fehlt dieses Signal aber.

Auch der MACD spricht weiter gegen Silber. Er liegt bei -2,563 und damit unter seiner Signallinie von -2,196.

Hinzu kommt ein ADX von 36,92. Zusammen mit einem -DI von 30,72 zeigt das, dass der laufende Abwärtstrend nicht nur vorhanden ist, sondern auch Kraft besitzt.

Das ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt: Der Silberpreis fällt nicht einfach nur in einem nervösen Markt. Der Trend selbst ist aktuell klar nach unten gerichtet.

Auch die gleitenden Durchschnitte sprechen gegen Silber

Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf die wichtigsten Durchschnittslinien.

Der Silberpreis notiert unter dem 20-Tage-EMA bei 56,663 US-Dollar.

Auch der 50-Tage-SMA bei 70,556 US-Dollar und der 200-Tage-SMA bei 70,240 US-Dollar liegen deutlich über dem aktuellen Kurs.

Damit befindet sich Silber unter allen drei wichtigen Durchschnittslinien.

Das allein ist noch kein Beweis dafür, dass der Kurs weiter fallen muss. Zusammen mit dem schwachen Momentum und der bestehenden Abwärtsstruktur ergibt sich jedoch ein ziemlich klares Gesamtbild.

Auch das Volumen passt dazu.

Beim Rückgang am 29. Oktober zog das Handelsvolumen deutlich an. Gleichzeitig fiel das On-Balance-Volume auf ein neues Tief.

Das spricht dafür, dass hinter der jüngsten Bewegung echter Verkaufsdruck steckt.

Deshalb liegt das bearishe Szenario bei 75 Prozent

Aktuell ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 75 % das Hauptszenario.

Der entscheidende Trigger liegt bei 51,85 US-Dollar.

Ein Schlusskurs unter dieser Marke würde die bearishe Struktur weiter bestätigen.

Die entsprechende Short-Variante ist nach dem Ausbruch vom 29. Oktober bereits aktiv.

Ausgehend vom aktuellen Kurs von rund 50,99 US-Dollar läge ein möglicher Stopp bei 53,10 US-Dollar.

Das erste Kursziel befindet sich bei 47,80 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 1,5.

Ein zweites Ziel liegt bei 45,00 US-Dollar. In diesem Fall würde das Chance-Risiko-Verhältnis bei etwa 2,8 liegen.

Daneben gibt es noch eine aggressivere Variante.

Sollte der Silberpreis zunächst in den Bereich zwischen 55,00 und 56,00 US-Dollar zurücklaufen, könnte genau diese frühere Unterstützungszone zum neuen Widerstand werden.

Ein aggressiver Short-Einstieg in diesem Bereich würde mit einem Stopp bei 56,30 US-Dollar arbeiten.

Das ist charttechnisch deshalb interessant, weil ehemalige Unterstützung nach einem Bruch häufig zur neuen Angebotszone wird.

Aber genau hier liegt die Chance für die Bullen

Ganz so eindeutig ist die Lage trotzdem nicht.

Die bullishe Variante kommt aktuell auf eine Wahrscheinlichkeit von rund 25 %.

Und dafür gibt es einen guten Grund: Silber ist inzwischen extrem überverkauft.

RSI, Williams %R, CCI und auch der Stochastik-RSI befinden sich auf sehr niedrigen Niveaus.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer technischen Gegenbewegung.

Doch genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Rebound und einer echten Trendwende.

Die Stochastik bleibt schwach. Ein bestätigtes Bodenmuster existiert ebenfalls noch nicht.

Es gibt bislang weder einen bestätigten Doppelboden noch einen Keil, eine Flagge, ein Dreieck oder eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

Der Markt ist also überverkauft, aber technisch noch nicht gedreht.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Erst über 55 Dollar würde sich das Bild ändern

Für die Bullen gibt es deshalb eine klare Marke.

Ein Tagesschluss über 55,00 US-Dollar würde das kurzfristige Chartbild deutlich verbessern.

Damit würde der Silberpreis eine zuvor verlorene Nachfragezone zurückerobern und die unmittelbare Ausbruchsstruktur nach unten neutralisieren.

In diesem Szenario läge ein möglicher Einstieg bei rund 55,00 US-Dollar.

Der technische Stopp könnte bei 51,80 US-Dollar liegen.

Das erste Kursziel wäre bei 60,00 US-Dollar zu finden. Das entspräche einem Chance-Risiko-Verhältnis von etwa 1,6.

Das zweite Ziel läge bei 61,20 US-Dollar. Hier würde sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von ungefähr 1,9 ergeben.

Erst oberhalb dieser Schwelle würde aus einer möglichen Gegenbewegung ein ernstzunehmendes bullishes Signal.

Bis dahin bleibt das größere Risiko auf der Unterseite.

Mein Fazit zum Silberpreis

Der Silberpreis befindet sich aktuell in einer unangenehmen Ausgangslage.

Auf der einen Seite ist der Markt inzwischen so stark überverkauft, dass jederzeit eine kräftige technische Erholung einsetzen kann.

Auf der anderen Seite liefert der Chart bislang keinen überzeugenden Beweis dafür, dass der Abwärtstrend beendet ist.

Genau deshalb würde ich aktuell nicht allein auf die überverkauften Indikatoren schauen.

Der Trend, das Momentum, das Volumen und die Kursstruktur sprechen weiterhin eher für die Verkäufer.

Unterhalb von 51,85 US-Dollar bleibt der Druck hoch und die nächsten technischen Ziele liegen bei 47,80 und anschließend 45,00 US-Dollar.

Erst wenn der Silberpreis den Bereich um 55,00 US-Dollar auf Tagesschlussbasis zurückerobert, würde sich das Bild wirklich verbessern.

Bis dahin gilt: Eine Erholung ist jederzeit möglich. Eine bestätigte Trendwende ist es noch nicht.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und dem Finanzjournalismus und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Der Handel mit Aktien und anderen Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden und kann zum teilweisen oder vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Autor

Robert Zach

Robert Zach

FXStreet

Robert ist ein versierter Finanzexperte mit umfassender Erfahrung im Bank- und Investmentsektor.

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