• Silber fällt am Dienstag um mehr als 2,5% und notiert bei rund 64,85 USD, unterhalb des wichtigen Bereichs von 65,50 USD.
  • Erwartungen an eine mögliche geldpolitische Straffung in den Vereinigten Staaten belasten Edelmetalle.
  • Anleger warten auf US-Daten zum verarbeitenden Gewerbe und zum Arbeitsmarkt, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.

Silber (XAG/USD) setzt seinen Rückgang am Dienstag fort und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei rund 64,85 USD, was einem Tagesminus von 2,54% entspricht. Das weiße Metall rutscht unter den wichtigen Bereich von 65,50 USD, da die Aussichten auf eine straffere US-Geldpolitik weiterhin auf Edelmetallen lasten.

Die Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) haben sich nach den hawkishen Äußerungen von Vorsitzendem Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium am Freitag deutlich verschoben. Der Chef der US-Notenbank deutete an, dass die Zinsen steigen könnten, wenn die Inflation nicht ausreichend nachlässt, was den Druck auf zinslose Anlagen wie Silber erhöht.

Steigende Energiepreise verstärken die Inflationssorgen. Spannungen im Nahen Osten stützen die Ölpreise und schüren das Risiko neuer Preisauftriebe, ein Szenario, das die Argumente für eine restriktivere Geldpolitik der Fed stärken könnte.

Laut dem CME Group FedWatch Tool sehen die Märkte inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 65% für eine Zinserhöhung auf der Sitzung am 15. bis 16. September. Diese Erwartungen stützen auch den US-Dollar (USD) und schaffen damit einen zusätzlichen Gegenwind für Silber.

Anleger bleiben jedoch vor mehreren US-Konjunkturdaten vorsichtig, die diese Erwartungen neu ausrichten könnten. Das Institute for Supply Management (ISM) veröffentlicht am Dienstag seinen Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im August, während der Bericht des Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) neue Einblicke in die US-Arbeitskräftenachfrage liefern dürfte.

Die Aufmerksamkeit wird sich dann am Freitag auf den Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht richten. Die Beschäftigungszahlen dürften eine wichtige Rolle dabei spielen, die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Fed im Vorfeld ihrer September-Sitzung zu prägen. Starke Daten könnten die Erwartungen an eine geldpolitische Straffung untermauern und Silber unter Druck halten, während klarere Anzeichen einer Schwäche am Arbeitsmarkt die hawkishen Wetten auf die Fed dämpfen könnten.

Silber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.

Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.

Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.

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