Du spürst es wahrscheinlich selbst: Die Stimmung an den Märkten ist gerade auffallend euphorisch. Aber genau in so einer Phase lohnt es sich, auf das zu schauen, was unter der Oberfläche passiert. Denn während Investoren laut einer globalen Umfrage der Bank of America (BofA) im Februar weiter klar auf „Risk-on“ stehen, wächst gleichzeitig eine ganz konkrete Sorge: Unternehmen könnten ihre Investitionen (Capex) zu aggressiv hochfahren – und damit am Ende mehr Risiko als Rendite einkaufen.

Capex-Eskalation trotz Rekord-Optimismus

Genau das ist ein zentrales Ergebnis der globalen Fund Manager Survey (FMS) von Bank of America für Februar. Befragt wurden zwischen dem 6. und 12. Februar insgesamt 190 Panel-Teilnehmer, die zusammen 512 Milliarden US-Dollar an Vermögen verwalten. Der Tenor: Viele Investoren glauben, dass Unternehmen inzwischen „überinvestieren“ – und zwar auf einem neuen Rekordhoch.

Spannend ist dabei nicht nur die Sorge an sich, sondern wie deutlich sich die Prioritäten verschieben. BofA hebt hervor, dass 35 % der Chief Investment Officers der Meinung sind, Unternehmen sollten ihre Bilanzen verbessern („improve balance sheets“). Das sind deutlich mehr als zuvor (26 %). Gleichzeitig sprechen sich nur noch 20 % dafür aus, die Investitionen weiter zu erhöhen – nach 34 % zuvor. Das ist ein klares Signal: Selbst bei starkem Optimismus wird Capex nicht automatisch als Segen gesehen, sondern zunehmend als potenzielles Übertreiben.

„No Landing“ wird zum Basisszenario

Das Bemerkenswerte: Diese Capex-Skepsis trifft auf eine Stimmung, die fast schon nach Rallye schreit. BofA schreibt, die FMS-Stimmung sei so bullisch wie seit Mitte 2021 nicht mehr. Der zusammengesetzte Sentiment-Indikator kletterte auf 8,2.

Noch deutlicher wird es beim Makro-Ausblick. Netto 52 % der Investoren erwarten inzwischen ein „No-Landing“-Szenario für die Weltwirtschaft – ein Rekordhoch. Gemeint ist damit: Wachstum hält sich überraschend gut, ohne dass es zu einer klassischen Rezession kommt. Zusätzlich rechnen netto 36 % sogar mit einem „Boom“ – der höchste Wert seit Februar 2022.

Und trotzdem bleibt der Stachel der Inflation

Auch hier zeigt sich diese typische „Ja, aber“-Marktpsychologie: Netto 39 % erwarten eine stärkere Weltwirtschaft in den nächsten 12 Monaten, und die globalen Erwartungen drehten bereits im November 2025 wieder ins Positive. Gleichzeitig bezeichnen 42 % den Ausblick als „Stagflation“. Das ist ein wichtiger Punkt, den du nicht wegwischen solltest: Selbst wenn die Wachstumserwartungen besser werden, sitzen Inflationssorgen offenbar weiterhin tief.

Gewinnerwartungen springen an – Positionierung wird extrem

Passend dazu sind die Gewinnhoffnungen wieder deutlich nach oben gedreht. Netto 24 % erwarten in den nächsten 12 Monaten ein zweistelliges Gewinnwachstum – der stärkste Wert seit August 2021. Das ist genau die Art von Erwartungs-Set-up, die Märkte nach oben tragen kann. Aber auch die Art von Erwartungs-Set-up, die empfindlich wird, sobald etwas „nicht perfekt genug“ ausfällt.

Auf der Positionierungsseite wird es nämlich zunehmend eindeutig. Netto 48 % der Investoren sind in Aktien übergewichtet – der höchste Stand seit Dezember 2024. Gleichzeitig sind netto 40 % in Anleihen untergewichtet – das größte Untergewicht seit September 2022. Diese Kombination ist ein klares Risiko-Signal: Wenn alle schon auf einer Seite stehen, wird der Platz für zusätzliche Käufer enger.

Zinsen: Langfristig rauf, kurzfristig runter?

Ein weiterer Widerspruch, der typisch für das aktuelle Umfeld ist: Netto 57 % erwarten steigende langfristige Anleiherenditen – der höchste Wert seit Februar 2022. Gleichzeitig rechnen netto 46 % mit sinkenden kurzfristigen Zinsen. Das ist im Kern eine Aussage über die Zinskurve und darüber, dass der Markt kurzfristig Lockerung sieht, langfristig aber weiterhin Inflations- oder Angebotsdruck bei Renditen einpreist.

BofA fasst die Risikoneigung in einer Kennzahl zusammen, die man nicht ignorieren sollte: „FMS combined allocation to equities & commodities is net 76%...highest since Jan’22“, heißt es im Report. Also: Die kombinierte Netto-Allokation in Aktien und Rohstoffe liegt bei 76 % – der höchste Stand seit Januar 2022.

Rotationen: Emerging Markets und Eurozone im Fokus, USA weniger beliebt

Auch regional ist die Positionierung auffällig. Investoren sind netto 49 % übergewichtet in Emerging-Market-Aktien – der höchste Stand seit Februar 2021. Dazu kommt ein Netto-Übergewicht von 35 % in Eurozonen-Aktien. Auf der anderen Seite sind sie netto 22 % untergewichtet in US-Aktien. Das ist ein klares Signal, dass sich die Kapitalströme verschieben.

Im Februar kam es zudem zu einer sichtbaren Rotation: rein in Energy, Materials und Staples – und raus aus US-Aktien, Tech und dem US-Dollar. Das wirkt wie eine Mischung aus Value-/Real-Asset-Reflex und vorsichtiger Risiko-Absicherung gegen Überhitzung in den klassischen US-Gewinnersegmenten.

Warnlampen gehen an: Kontraindikator schlägt „Sell“

Und jetzt kommt der Teil, den viele in euphorischen Phasen gern übersehen: Die Risikowarnungen bauen sich parallel auf. Der BofA Bull & Bear Indicator stieg auf 9,5 – und löst damit ein konträres „Sell-Signal“ aus. Heißt übersetzt: Aus Kontra-Sicht ist die Stimmung so heiß gelaufen, dass das Chance-Risiko-Verhältnis kurzfristig schlechter wird.

Als größtes Tail-Risk nennen Investoren eine „AI bubble“ – mit 25 %. Gleichzeitig sehen 43 % Private Equity und Private Credit als wahrscheinlichste Quelle eines systemischen Kreditereignisses. Das ist extrem relevant, weil es zeigt, dass die Nervosität nicht nur bei Tech liegt, sondern auch im Schattenbank-/Privatmarkt-Bereich.

Gold bleibt der crowded Trade

Wenn du wissen willst, wo sich Positionen ballen, ist auch das eindeutig: „Long gold“ ist den zweiten Monat in Folge der „most crowded trade“ – genannt von 50 % der Befragten. Das passt zur Gleichzeitigkeit aus Optimismus und Absicherungsdrang: Aktien-Risiko hoch, aber Gold als Sicherheitsnetz ebenfalls beliebt.

Politik und Fed: Warsh-Szenario und Midterms-Ausblick

Zum Schluss wird es politisch – und auch das gehört in so ein Stimmungsbild, weil Erwartungen oft schon vor den Ereignissen eingepreist werden. Auf der geldpolitischen Seite glauben 38 %, dass eine Nominierung von Kevin Warsh als Fed-Chair am wahrscheinlichsten zu höheren US-Treasury-Renditen und einem schwächeren US-Dollar führen würde.

Und bei den US-Zwischenwahlen 2026 sehen 62 % ein Szenario als am wahrscheinlichsten: ein demokratisches Repräsentantenhaus und ein republikanischer Senat. Auch das ist ein Hinweis darauf, wie Investoren politische Kräfteverhältnisse einordnen – und welche Art von „Gridlock“ oder Kompromisspolitik sie implizit erwarten.

Wenn du willst, kann ich daraus im nächsten Schritt auch eine komplette, veröffentlichungsreife Artikelversion im exakt gleichen Stil wie deine Beispiele bauen – mit stärkerem Einstieg, flüssigeren Übergängen und einem „Was heißt das jetzt für dich?“-Fazit, aber weiterhin ohne irgendeinen Inhalt wegzulassen.

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Der US Dollar Index behält sein bullisches Momentum bei und schwankt nach dem Erreichen seines höchsten Niveaus seit fast einem Monat am Donnerstag nahe 98,00. Die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Februar aus Deutschland, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich und den USA werden am Freitag im Wirtschaftskalender aufgeführt. Noch wichtiger ist, dass das US Bureau of Economic Analysis die erste Schätzung der Wachstumsdaten des Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal sowie die Zahlen zum Preisindex für persönliche Verbrauchsausgaben für Dezember veröffentlichen wird.

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